Die Leuchttürme vom Hammeren

Hammerfyr

Er steht ganz oben auf Hammeren und bietet an klaren Tagen grandiose Aussichten bis zur schwedischen Küste: Leuchtturm Hammerfyr.

Hammerfyr – auf und aus Bornholmer Granit

Es gibt keinen anderen Leuchtturm in Dänemark, der auf so festem Grund steht und nur wenige können mit seiner Aussicht konkurrieren: Hammerfyr thront im Norden von Bornholm wie der Pickel auf einer alten preußischen Haube mitten auf Hammeren, Dänemarks einzigem Granithorst. Genaugenommen heißt dieser mit 70 Metern höchste Punkt des Hammeren, auf dem er aufragt, Ørnebjerg. Der Turm selbst besteht aus dem Granit, auf dem er steht, und ist 21 Meter hoch. Wenn man die Umgebung erkundet, findet man leicht den genauen Ursprung der Steine: Sie wurden dort gebrochen, wo sich der kleine Regenwassersee Kristalsøen gebildet hat, nur wenige Meter nach Westen.
Bewegt man sich auf der Aussichtsplattform, die sich um die mächtige, handgeschliffene und aus Frankreich importierte Fresnal-Linse herum zieht, steht man 91 Meter über dem Meeresspiegel. Das sorgt für grandiose Aussichten an klaren Tagen übers Meer bis zur Inselgruppe Christiansø und zur schwedischen Küste oder übers Land bis Sandvig und Gudhjem an der Ost- und Burg Hammershus und Vang an der Westküste. Und der Blick in die unmittelbare Umgebung präsentiert eine faszinierend ungewöhnliche Felsen- und Heidelandschaft. Der Leuchtturm kann im Sommer kostenlos besichtigt und bestiegen werden.

Neues Leben nach 20 Jahren Dunkelheit

Mærsk Borneo vor Hammeren Nordbornholm

Der Gastanker Mærsk Borneo nutzt die vielbefahrene Route um die Nordspitze von Bornholm direkt vor Hammeren.

Hammerfyr wurde im März 1871 in Betrieb genommen. Sein Licht leuchtete den Schiffen auf der vielbefahrenen Seestraße zwischen Bornholms Nord- und Schwedens Südspitze bis 1990 den Weg, dann wurde er abgeschaltet. Moderne Satellitennavigation hatte ihn überflüssig gemacht, außerdem lag er wohl zu oft in tiefhängende Wolken gehüllt und so gab es seit 1895 nur zwei Kilometer Luftlinie entfernt unten am Wasser einen weiteren Leuchtturm, Hammerodde Fyr. Nach über 20 dunklen Jahren haben die neuen Mieter des Leuchtturmwärterhauses jetzt die Initiative ergriffen und vom dänischen Schifffahrtsamt ›farvandsvæsenet‹ die Erlaubnis eingeholt, ihn auf eigene Kosten wieder leuchten zu lassen, wenn auch mit geringerer Lichtstärke als in alten Tagen. ›Farvandsvæsenet‹ hatte den Turm schon in den 1990ern, nachdem er abgeschaltet war, an das Naturschutzamt abgegeben – für die Schifffahrt ist er bedeutungslos. Die Bewohner unterhalten eine eigene Webseite über ihren Leuchtturm Hammerfyr, bisher aber nur in Dänisch.

Hammerodde Fyr – der kleine Helfer an tristen Tagen

Hammerodde Fyr

Er versteckt sich nicht so schnell in den Wolken: Hammerodde Fyr auf Bornholms nördlichstem Flecken Land

 

Der gedrungen wirkende, viereckige Leuchtturm Hammerodde Fyr hockt auf Bornholms nördlichstem Punkt und wurde 1895 als Ergänzung zum Hammerfyr in Dienst gestellt. Leuchtturm-Enthusiasten spekulieren oft, dass er seine Existenz allein der ungünstigen Platzierung des anderen Turms oben auf dem Ørnebjerg verdankt, weil der allzu oft in tiefhängenden Wolken verschwindet. Seit 1939 ergänzt ein Funkfeuer das Licht des Hammerodde Fyr, außerdem gibt es eine Seewetterstation. Der Turm, an dem der Küstenwanderweg rund um den Hammeren direkt entlang führt, ist aber nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

1962 sorgte Hammerodde Fyr übrigens für eine Fußnote der Weltgeschichte, als der Leuchtturmwärter als einer der ersten westlichen Beobachter den Transport von Raketen auf sowjetischen Frachtern meldete, das Vorspiel zur Kubakrise, die die Welt anschließend Wochen in Atem hielt.