Kristalline Metamorphosen

Pete Hunner mit "Mais"-Schale

Inspiration durch Mais!

Die Maiskolben in ihrem Gemüsegarten inspirierten Maibritt zu sanft geschwungenen Schalen, am Boden gefundene Federn zu den fließenden Farbenverläufen ihrer Vasen. Dann wieder sind ein Bienenkorb, ein Hornissennest oder winterliche Schneeflocken Vorbild für Strukturen, die im Licht und Schattenspiel ihrer Glaskunst Eingang finden.

Pete, der US-Amerikaner aus Kansas, und Maibritt aus dem dänischen Lyngby, haben sich beim Studium an der Skolen for Brugskunst in Kopenhagen kennen gelernt. Gemeinsam gingen sie nach Bornholm, wagten in Louisenlund die ersten Anfänge, hatten Erfolg – und expandierten. Während andere Glaskünstler ab 1977 einstige Heringsräuchereien in „Glaspuster“-Studios verwandelten, erwarben sie einen lang gestreckten Hühnerstall an der Küstenstraße von Gudhjem nach Svaneke und richteten dort ihre Werkstatt samt Showroom ein.

Baltic Sea Glas Aussicht

Kunst und Natur fusionieren in den Fenstern, die den Blick aus dem Showroom von Balitc Sea Glas freigeben zur Ostsee.

Heute ist das Duo, seit langem auch privat ein Paar, international so erfolgreich, dass sie nur noch bei den allsommerlichen „Unikate-Abenden“ selbst am Ofen stehen. Für die kommerzielle Produktion wurden zwei Glasbläser fest angestellt. Sämtliche Entwürfe stammen dabei jedoch weiterhin aus ihrer Feder.

Die mit internationalen Preisen bedachten Kreationen von Baltic Sea Glass haben inzwischen auch Eingang in die Museen gefunden. Hunners und Jönssons Werke sind im Kunstindustrimuseum von Kopenhagen ebenso ausgestellt wie in den Glasmuseen von Växjö/Schweden, Riihimäki/Finnland, Monterey/Mexiko und Ebeltoft/Dänemark und im Berliner Kunstgewerbemuseum.

Zu den begeisterten privaten Sammlern ihrer Schalen, Vasen und Gläser gehörte auch die frühere Königinmutter Ingrid von Dänemark. Ihre Tochter, Königin Margrethe II., weihte vor wenigen Jahren auf Bornholm in der Apsis der Kirche von Gudhjem neue Kirchenfenster ein – gefertigt von Baltic Sea Glass. Für sie walzte Pete Hunner mehrere mundgeblasene Glaszylinder zu Platten aus und setzte sie als Mosaik neu zusammen – in warmen Erdtönen von Gelb bis Braun und fein differenzierten Oberflächenstrukturen, die das Licht auf immer neue Weise brechen.

Hier lesen Sie mehr über Glaskünstler auf Bornholm in Skandinavisches Design, afrikanische Seele