Oluf Høst – Bornholmer Gewächs und Genie

Gudhjem Bornholm Oluf Host Museum

Der Kotten Bognemark über der Sitzgruppe im Oluf-Høst-Museum war …

Während das Proletariat auch in Dänemark gegen Ende des 19. Jahrhunderts in die Städte strömt, gehen Künstler den anderen Weg. Ihr Gang aufs Land stellt die Natur und Leben an der Peripherie in den Mittelpunkt ihres Schaffens. Die Künstlerkolonie Skagen ganz oben auf der Halbinsel Jütlands, dem kontinentalen Teil Dänemarks, machte den Anfang. Ihre Künstler, darunter der 1849 auf Bornholm geborene Michael Ancher, zählen bis heute zu den bedeutendsten Aushängeschildern dänischer Kunst.

Auch im frühen 20. Jahrhundert zieht es viele junge dänische Künstler in die Provinz, oft gleich nach ihrer Ausbildung in Kopenhagen. Binnen einer Generation werden so aus Provinzmalern in den Peripherien der Nation im ganzen Land anerkannte Künstler. Dies gilt auch für die sogenannten Bornholmer Maler. Oluf Høst wird der bekannteste. Er stammt sogar von der Insel, wird 1884 in Svaneke geboren, besucht später freie Kunstschulen in der Hauptstadt, ehe er 1929 in seine Heimat zurückkehrt und dort fast 4 Jahrzehnte in Gudhjem malt. Haus und Atelier bilden heute das Oluf-Høst Museum.

Kotten Bognemark auf Malereien im Oluf-Høst Museum in Gudhjem auf Bornholm

… das Lieblingsmotiv des Malers Oluf Høst

Cézanne ist für Høst das Vorbild, doch sieht der Bornholmer einen großen Unterschied: „Wir haben den Wechsel der Jahreszeiten, die weißen Nächte, den ganzen Zauber, mit dem wir zurande kommen müssen, während Cézanne in einer Gegend zu Hause war, in der es im Grunde genommen kein Wetter gab, denn die Wetterlage war immer die gleiche.“ Diese in skandinavischen Traditionen verwurzelte Bodenständigkeit prägt Høst. In über 200 Variationen bringt er den Kotten Bognemark auf die Leinwand oder aufs Papier. Immer wieder wechseln Licht, Wetter, Jahreszeiten und die Stimmungen, in denen er malt. Der kleine Hof liegt so in der Landschaft, dass sich der Sonnenuntergang in der Hofeinfahrt fängt, manchmal geradezu strahlend durch die Öffnung hinein ins Bild explodiert – das Markenzeichen der Bognemark Bilder. 1935 kauft Høst den Kotten sogar und richtet sich dort ein zweites Atelier ein, um ihn ungestört malen zu können. Je später in seinem Leben, desto abstrakter – aber das Licht in der Toreinfahrt bleibt.