Leseprobe: Die Leiche in Nørrekås

Die-Leiche-in-NoerrekaasLeseprobe aus „Die Leiche in Nørrekås”, ein Kurzkrimi von Pernille Boelskov. Auszug mit freundlicher Genehmigung der Autorin. „Die Leiche in Nørrekås“ ist gratis zu bekommen, wenn man sich auf der Seite der Autorin für ihren Newsletter anmeldet, in dem sie nicht nur über ihre Bücher informiert, sondern auch sonst spannendes Tipps über Bornholm berichtet! Alternativ gibt’s den Kurzkrimi bei einschlägigen Online Händlern wie Amazon.de (Mobi/Kindle) oder Thalia.de (EPub) zum Preis von 1,49 €.

Kriminalermittler Lars Bohn Hansen war gerade dabei, ein Ei in die Pfanne zu schlagen, als sein Handy klingelte. Er klemmte den kleinen Apparat zwischen Schulter und Ohr und gab den ersten brummigen Ton an diesem Morgen von sich, den man durchaus als übellaunig interpretieren konnte.

Alles durfte passieren, nur keine Störung in diesem kritischen, entscheidenden Moment.

„Tut mir leid, dass ich die samstägliche Familienidylle ruinieren muss“, meldete sich Thomsen. „Aber wir werden unten in Nørrekås gebraucht. Man hat eine Leiche aus dem Hafenbecken gefischt.“

Es klang so, als sei sein Partner schon länger auf den Beinen. Lars sah auf die Uhr. Halb acht. Soviel dazu, Monika und die Kinder mit dem einzigen Gericht zu überraschen, das er meisterhaft beherrschte: Omelett.

„Was wissen wir?“

„Männlich, Mitte dreißig. Ein Hobbysegler hat ihn gefunden, Frühaufsteher. Die Schuhe standen ordentlich nebeneinander auf dem Bootssteg, darauf fein säuberlich zusammengeklappt die Brille und daneben eine leere Flasche Johnnie Walker. Ein Selbstmord wie aus dem Bilderbuch.“

„Vielleicht ein bisschen zu viel Bilderbuch?“, fragte er und hob dabei vorsichtig den Rand des Omeletts an. Es würde perfekt werden, kein Schaden feststellbar. Der Bacon in der Mikrowelle verbreitete einen Duft von entspanntem Zusammensein mit Frau und Kindern.

„Glaub‘ nicht, aber sehen wir uns das mal näher an.“

Lars seufzte. Thomsen war an diesem Wochenende allein, so viel war zumindest klar, sonst würde er sich nicht am Samstagmorgen an einem offensichtlichen Selbstmord festbeißen. Der Sohn war sicher bei der Mutter, Thomsens Exfrau.

Er goss Kaffee in die Thermoskanne, drehte die Flamme am Herd auf die kleinstmögliche Stufe und legte den Deckel auf die Pfanne.

Dann schrieb er einen Zettel für Monika und stopfte sich zwei Stücke Bacon in den Mund. Hoffentlich wachten sie auf, bevor sich das Omelett in einen Schwamm verwandelte.

Hier gibt’s eine weitere Leseprobe: Pernille Boelskovs Debütroman „Das Granitgrab”