„Verheissung“ von Jussi Adler-Olsen

Carl Mørck und das Sonderderzernat Q ermitteln im Bestseller auf Bornholm

Siebzehn Jahre lang versuchte der Bornholmer Polizeikommissar Christian Habersaat vergeblich, den Tod einer jungen Frau aufzuklären, jetzt soll er in Rente gehen. Er selbst hatte die Leiche kopfüber in einem Baum hängend gefunden. Alles deutet auf eine unglückliche Verkettung nach einem Unfall mit zu hoher Geschwindigkeit hin, der das Opfer regelrecht in den Baum katapultierte und damit in den Himmel beförderte. Der Fahrer verschwand unerkannt.

»Ist da Carl Mørck?« Die Stimme sprach mit dem singenden Akzent der Bornholmer. Nicht gerade ein dänischer Dialekt, von dem Carl weiche Knie bekam. Hier geht es zur Leseprobe aus Verheissung

Unfall? Mord? Suizid? – Was geschah an der Østerlars Kirke?

Nur einer glaubt nie an den Unfall, Habersaat. Der Fall wird seine Obsession, zerstörte seine Ehe und Familie, isolierte ihn von Freunden und Kollegen. Kurz vor seiner Abschiedsfeier aus dem aktiven Dienst bittet er Carl Mørck vom Kopenhagener Sonderdezernat Q um Hilfe, aber Mørck, der alte Stinkstiefel lässt ihn abblitzen. Er hat absolut keine Lust, sich mit einem Fall auf der ›abgelegen‹ Insel zu befassen. Genaugenommen hat er eigentlich zu nichts richtig Lust. Dann aber kommt Habersaat bei seiner Abschiedsfeier im Bürgerzentrum von Listed auf schockierende Art ums Leben, wenig später stirbt auch sein Sohn auf unnatürliche Weise. Zwei Selbstmorde?

Fasandræberne Filmplakat

Mørck mit Assad und Rose auf dem Plakat zum zweiten Film der Reihe in Dänemark (Plakat: Zentropa Productions)

Jetzt kann sich Mørck nicht mehr um die Reise nach Bornholm herum drücken, zumal seine aufmüpfig- eigensinnige Sekretärin mit Ermittler-Ambitionen Rose die Zügel in die Hand nimmt und gleich die Fähre bucht. Kurze Zeit später sitzt das derzeit skurrilste Ermittler-Team aus dem nordischen Krimikosmos auf der Katamaran-Fähre nach Rønne. Zum Team gehören neben Chef Carl und Rose noch der immer etwas undurchsichtige und offensichtlich auch nicht gerade seefeste Syrer Assad. Wüstenschiffe sind ihm erklärtermaßen lieber als Ostsee-Fähren. Diese drei Typen tragen mit ihren Schrulligkeiten und Geheimnissen wesentlich zum Erfolg der Reihe bei.

Esoterik und die Abgründe der Psyche

Auf Bornholm allein beschränken sich die Ermittlungen nicht, sie bringen das Team des Sonderdezernat Q auch aufs schwedische Öland, zur obskuren ›Akademie für die Vereinigung von Mensch und Natur‹ – ein lebensgefährlicher Exkurs in die Abgründe der Esoterik und menschlicher Bosheiten. Da die Sonderdezernat Q Bücher sukzessive verfilmt werden – die Teile eins bis drei „Erbarmen„, „Schändung“ und „Erlösung“ liefen bereits im deutschen Kino, die beiden ersten Teile auch schon im Fernsehen – da darf man in ein paar Jahren wohl auch einen Film-Thriller mit dem Schauplatz Bornholm erwarten. Freuen wir uns darauf.

Foto: © Jesper Helbo

Bestseller-Autor Jussi Adler Olsen (Foto: © Jesper Helbo)

© Hans Klüche 2015, aktualisiert 2016




© Text: Hans Klüche 2015