Bornholm hat immer weniger Einwohner

Die zu Dänemark zählende Ostseeinsel Bornholm, auch als „Perle der Ostsee“ bekannt, hat immer weniger Einwohner. Wie eine jüngste Zählung der Inselbevölkerung ergab, sank die Zahl der auf Bornholm registrierten Menschen zum ersten Mal seit über 100 Jahren auf unter 40.000. Nur noch 39.922 Einwohner sind auf der Insel offiziell gemeldet, und mangels illegaler Einwanderer dürfte diese Zahl auch weitestgehend korrekt sein. An vielen Tagen mag man dies kaum glauben, da Bornholm nicht selten voller Menschen ist. Doch handelt es sich bei den Scharen an Wanderern und Strandurlaubern meist um Touristen, die eben nur einen oder mehrere Tage oder Wochen auf der Ostseeinsel verweilen. Zwar ist der jüngste Rückgang der Bevölkerung kaum mit dem Auge zu sehen, doch die Entwicklung hatte sich schon länger angedeutet.

Die Jugend zieht es aufs Festland

Bornholm hat dasselbe Problem wie auch andere Inseln in Nord-und Ostsee. Die Geburtenrate ist gering und die Jugend zieht dank besserer beruflicher Perspektiven lieber aufs Festland und kehrt auch nur selten wieder zurück. Das ist auf Bornholm nicht anders. Immer mehr junge, auf der Insel geborene Dänen gehen während ihres Studiums oder ihrer Ausbildung auf das dänische Festland und bleiben dort anschließend auch. Vor allem die Hauptstadt Kopenhagen als wirtschaftliches Zentrum Dänemarks zieht viele junge Bornholmer an. Die dortigen Jobmöglichkeiten sind nicht nur vielfältiger gestreut, auch kann man dort mehr verdienen als in der auf Tourismus ausgerichteten Heimatinsel. Wie der Bevölkerungsrückgang gestoppt werden kann, darüber rätselt man in Dänemark noch. Einfache Lösungen dürfte es für dieses „Trend-Problem“ ohnehin kaum geben.