Flugverkehr mit Bornholm in Turbulenzen

[aktualisiert am 18.06.2012] Nach dem Konkurs der größten dänischen Inlandsfluglinie Cimber Stirling, die bis Anfang Mai die einzige ganzjährige, tägliche Flugverbindung von und nach Bornholm bediente, werden seit dem 3.Mai die Flüge zwischen Kopenhagen und Bornholm durch die dänische Gesellschaft DAT (Danish Air Transport) mit großem Erfolg weitergeführt  – bisher ohne nennenswerte Verzögerungen oder Flugausfälle. Inzwischen hat die Airline die Flugfrequenz zweimal erhöht und führt vorläufig bis Ende Juli montags bis donnertags sieben Flüge in jede Richtung durch. Freitags gibt es 6, an Samstagen 3 und sonntags 4 Flüge pro Richtung.

ATR 72 von Danish Air Transport

Eine ATR 72 von Danish Air Transport (Quelle: www.dat.dk)

DAT hat inzwischen einen kontinuierlichen Flugplan bis Mitte August vorgelegt, Details und Buchungsoption auf der Webside von DAT (Danish Air Transport). Aktuelle Details finden Sie auch immer auch auf unserer Flugseite im Forum von Bornholm.de.

DAT flog in der Vergangenheit häufiger im Auftrag von Cimber Stirling aber auch von SAS auf dänischen Inlandsrouten und bediente 2005 bis 2008 unter eigener Flugnummer die Route Kopenhagen – Rønne , gab dann aber den Preiskampf gegen Cimber Stirling auf. Gut etabliert ist DAT in Südnorwegen, wo sie mehrerer Airports regelmäßig im innernorwegischen Dienst sowie ab dänischen Flughäfen anfliegt und damit am lukrativen Flugverkehr im Umfeld der Nordsee-Ölindustrie beteiligt ist. Zusammen mit ihrer in Litauen registrierte Tochtergesellschaft DOT.LT besitzt die Airline 18 Flugzeuge von der 48sitzigen ATR 42 bis zum 165 Passagiere fassenden MD83 Jet.

Heißer Kampf um die Routen von Cimber Stirling

Cimber Stirling beflog bis zum 2.Mai im innerdänischen Flugverkehr neben Kopenhagen – Bornholm noch 3 weitere Routen exklusiv sowie zwei in Konkurrenz zu anderen Gesellschaften. Außerdem bediente die Airline eigene Auslandsrouten und beflog im Auftrag des größeren Mitbewerbers SAS mehrere europäische Kurzstrecken. Für diese SAS-Kooperation haben inzwischen ehemalige Manager einen Teil der Konkursmasse übernommen und als Cimber A/S eine neue Airline gegründert.

Flybe Bombardier Q400

Sind am dänischen Markt interessiert: Flybe (Foto: (c) www.flybe.com)

Um die weiteren durch die Insolvenz freigewordenen Strecken bemühen sich neben DAT und der mit British Airways verbandelten Sun-Air aus Billund auch die britisch-finnische Flybe Nordic, an der Finnair mit 40 % beteiligt ist. Der Gesellschaft werden Ambitionen nachgesagt, sich in Dänemark etablieren zu wollen, um auf dem lukrativen Markt der skandinavischen Regionalflüge Nummer 1 zu werden. Nach Medienberichten hat FlyBe für den Flughafen Kopenhagen Start- und Landezeiten ab dem 22. August beantragt, höchtwahrscheinlich auf für Flüge nach und von Bornholm.

Schließlich ist noch der norwegische Billigflieger norwegian.com im dänischen Luftraum aktiv. Die Norweger sind innerdänisch bereits unterwegs und fliegen auf der vom Cimber Sterling Konkurs betroffenen Linie Kopenhagen – Karup , von der sie sich erst im vergangenen Jahr zurück gezogen hatten. Norwegian.com wäre in Bornholm nicht unbekannt: Die Airline hatte 2011 etwas halbherzig versucht, auf Kopenhagen – Rønne Fuß zu fassen.

Gegenüber www.bornholm.de erklärte DAT, dass man fieberhaft dran arbeitet, Abkommen zu schließen, die ein sogenanntes ›Interlining‹ zuzulassen, so dass durchgebuchte Tickets zum Beispiel von Lufthansa oder SAS aus Deutschland via Kopenhagen nach Bornholm auch auf DAT Flügen anerkannt werden. Zur Zeit sind noch keine Flüge von Deutschland auf einem Ticket bis Bornholm durchbuchbar. Das hat in der Praxis eine unbequeme Folge: Gepäck kann nicht ab Deutschland bis zum Zielflughafen  Rønne eingecheckt werden.  Wer noch Tickets hält, bei denen der Abschnitt Kopenhagen – Bornholm auf einen Cimber Stirling Flug ausgestellt ist, sollte sich umgehend an sein Reisebüro oder die Ticket-austellende Airline wenden.

Wer Flugtickets bei Cimber Stirling direkt, zum Beispiel über das Online-Portal der Gesellschaft erworben hat, bekommt den Preis erstattet, wenn die pauschale ›Rejsegarantifondsdækning‹ für 20 DKK zugebucht wurde. Die jetzt Konkurs gegangene Gesellschaft nahm an dem Sicherungsprogramm des gesetzlich in Dänemark vorgeschriebenen ›Rejsegarantifonden‹ Teil, Kontakt 0045 45 87 83 33 oder www.rejsegarantifonden.dk. Wer auf diese optionale Deckung verzichtete, hat keine Ansprüche. Die Tickets haben dann nur noch Papierwert.