Wissenschaftliche Studie über Trolle auf Bornholm

Es ist zweifellos eine der skurrileren Meldungen über die schöne Urlaubsinsel Bornholm: Der Anthropologe Lars Christian Kofoed Rømer will seine Promotionsarbeit über die angeblich auf (bzw. unter) Bornholm lebenden unterirdischen Trolle schreiben – und der dänische Staat unterstützt die Arbeit des Forschers mit umgerechnet 336.000 Euro.

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Rømer will in seiner Arbeit die Verbindungen zwischen der populären Folklore zum Thema Trolle und den vermeintlich realen Begegnungen und Beziehungen mit den „Untererdlingen“ auf der Insel analysieren. Vor allem die Geschichte des Trolls Krølle Bølle, eine Erfindung von Ludvig Mahler aus dem Jahr 1946, hat es dem Forscher angetan – da diese Legende heute noch so präsent sei, wolle er ihre physischen Manifestierungen auf Bornholm genau untersuchen.

Staatliche Einrichtung finanziert Troll-Forschung

Das großzügige Budget für seine Forschungen wird ihm nun vom Dänischen Rat für Unabhängige Forschung zur Verfügung gestellt, als eines von neun geförderten Promotionsarbeiten. Peter Munk Christiansen, der Vorsitzende des staatlich finanzierten Rats, wollte die einzelnen unterstützten Projekte nicht kommentieren, gab jedoch zu Protokoll, dass Geisteswissenschaften genauso gefördert werden sollten, wie andere Forschungsfelder.

Erfahrungen mit Wesen, die nicht ganz von dieser Welt sind, hat der Anthropologe bereits die letzten zwei Jahre gesammelt – in dieser Zeit untersuchte er die Verbindung von Geistern und anderen mythischen Wesen mit dem Thema Tod in der dänischen Folklore.

Die Popularität der Troll-Legenden von Bornholm wird auch touristisch genutzt:  Im offizielle Tourismus-Portal der Insel hat Krølle Bølle, der kleine ‚Nationaltroll‘ Bornholms, seinen eigenen Bereich.