Forum: Bornholm Reiseberichte
Thema: Bornholmertårnet

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Loriot
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Bornholmertårnet

Beitragvon Loriot » 08.06.2016, 16:46

Bornholmertårnet

Unübersehbar steht am Strandmarksvejen an der Kreuzung zum Dueodde-Strand der große weiße Betonturm neben dem Rest des alten Nordfeuers von Dueodde.

01_Mast_und_Türme_2059.jpg



Bereits 1958 war auf dem Gelände des Nordfeuers ein kleinerer Betonturm mit 5 Ebenen - die ziemlich hässlich mit milchigem gelbem Plexiglas (wohl als Sonnenschutz) verkleidet waren - errichtet worden, um als Abhörstation über die Ostsee weit in den Warschauer Pakt hinein zu fungieren.

1962 ging dann der neugebaute Duodde-Leuchtturm in Betrieb, die alte Optik des Nordfeuers wurde hierfür weiterverwendet. In der Folge wurde auch der alte Nordturm vom Militär mit zwei Ebenen von Richtantennen versehen.


02_Alte_Station.jpg



Dieser Zustand blieb über viele Jahre so, für uns Kinder immer das Spiel, wer zuerst die Türme entdeckt. (Sie wurden aus nicht mehr näher nachzuvollziehenden Gründen dann "Hans und Liesel" getauft.)

1986 erfolgte dann der Neubau des jetzigen Turms, da die Anforderungen an größere Reichweiten und Fortschritt der Technik mit den alten Anlagen nicht mehr durch Anpassungen sinnvoll erreicht werden konnten. So entstand mit ca. 70m Höhe und 12 Etagen (von denen die obersten 8 mit Antennenplattformen ausgerüstet waren) eine neue Stahlbetonkonstruktion, die trotz ihrer Größe durch das schlichte Weiß für mich wenigstens etwas unauffälliger wirkte, als die alten Anlagen. Der alte Norddturm stand seither ohne Spitze dort, ein großer Gitter-Funkmast komplettierte die Anlage. Über viele Jahre war die hochgerüstete Abhörstation auf Bornholm durch die besondere geographische Lage eine wichtige militärische Einrichtung.

Aus diesem Grund wurde zwischen 2010-2011 die Anlage für 23 Mio DKK (ca. 3,1 Mio Euro) renoviert und aufgerüstet, neben einem der modernsten Hochleistungsrechner, der eine Kühlanlage von 690kW benötigte, wurde auch noch eine Notstromanlage von 640kW installiert, um den strahlungssicheren Server autark betreiben zu können. Tja, und dann stellte man fest, dass der Bedarf nicht mehr vorhanden wäre und entschied sich, den Turm stillzulegen.

Angeblich wäre der Hauptteil der Technik in anderen Standorten weiterverwendet worden, so dass "die Investitionen nicht verloren wären", trotzdem ist eine Menge der Infrastruktur vor Ort noch sichtbar. Nach dem Rückbau war die Nutzung der Anlage offen, erst hieß es, dass ein Computerunternehmen dort einen großen Server installieren wollte. Am Ende wurde die Anlage für 400.000 DKK (knapp 54.000 Euro!) an Lasse Steen Jepsen verkauft, der dort ein Museum mit Aussichtsturm eröffnete. Wenn man den Preisverfall so anschaut, dann war der Druck offenbar groß, die Anlage loswerden zu wollen. Auf der anderen Seite dürfte der Komplex im Unterhalt ein ziemliches Groschengrab sein.


Jedenfalls kann man nun seit dem 15.7.2015 die Anlage besichtigen, die Webseite ist: http://www.bornholmertaarnet.dk/

Für 75DKK (ca. 10 Euro) Eintritt (Kinder zwischen 4-12 50DKK / 6,70 Euro oder Familien (2 Erwachsene + 2 Kinder) für 225DKK / 30 Euro) kann man den ganzen Komplex besichtigen, die Aussicht vom Turm genießen und im Cafe einkehren. Da mich das Innenleben des Turms interessierte, habe ich mich im letzten Jahr dort recht spontan umgesehen. Ein paar Fotos habe ich auch gemacht, allerdings nicht mit der besten Kamera, daher verzeiht bitte die nicht immer optimale Qualität.

Ein großes Banner weist am Zaun auf die neue Attraktion im Süden von Bornholm hin:

03_ Banner_1928.jpg



Der Eingang liegt im weißen flachen Gebäude zwischen den alten roten Häusern aus der Zeit des Nordfeuers und dem Betonturm. Nachdem man dann den Eintritt bezahlt hat, bekommt man eine Marke, die einem erlaubt, sich auf der gesamten Anlage umzusehen, alle freigegbenen Räume zu betreten und natürlich den Turm zu besuchen. Man erhält auch einen Lageplan und die einzelnen Bereiche sind mit Wegweisern und Namen ausgeschildert.

Um die reichlich vorhandene Fläche zu nutzen, wurde im alten Gebäude eine Art Museum über den Ersten und Zweiten Weltkrieg eingerichtet, es sind allerdings nur Fotos mit dänischen Untertiteln an den Wänden. Ich denke aber, dass dieser Bereich mit der Zeit noch ausgebaut wird.

Spannend ist natürlich, dass man den alten Leuchtturm auch besichtigen kann. Der Eingang des Turm liegt im Innenbereich, eine Wendeltreppe führt dann den Turm hinauf.

04_Eingang_alter Turm_1958.jpg


Durch die Fenster kann man immer wieder einen Blick nach außen erhaschen,

05_Fensterblick_1953.jpg


beeindruckend auch, wie dick die Mauern sind. Der Putz ist allerdings ein bisschen renovierungsbedürftig, wahrscheinlich war hier in den letzten Jahren nach Inbetriebnahme des neuen Turms auch kaum noch Aktivität.
06_AlterTurm_Innen_1944.jpg


Ganz nach oben in den Außenbereich kommt man leider nicht, es führt auch nur eine Leiter die letzten Meter empor, auch hier kann man gut sehen, wie damals riesige Kabelstränge durch die Kanäle nach oben geführt worden waren.
07_Alter Turm_Kabelkanäle_1949.jpg



Wieder unten angekommen ist im Vorraum noch eine Ausstellung zur Geschichte der Leuchttürme. Natürlich gibt es auch Fotos vom Bau und wie der Turm mit Kuppel ausgesehen hatte.
08_Historisch_Leuchtturm_1939.jpg


Auch die alte Spitze des Leuchtturms ist noch erhalten und hier ausgestellt.
09_Spitze_alt_1936.jpg


In den Ausstellungen sind viele Bilder nur auf Dänisch untertitelt. Gelegentlich trifft man auch mal auf eine deutsche Übersetzung, die wahrscheinlich Tante Google beigesteuert hat.
10_Beispiel_Text_1940.jpg



Im Außenbereich gibt es als historische Ankedote noch einen alten Ofen, der wohl für die gründliche Vernichtung von geheimem Material verwendet wurde:
11_Alter_Ofen_2061.jpg



Auf der anderen Seite, von der Straße kaum zu sehen, findet sich die riesige Kühlanlage.
12_Kühlung_1984.jpg


Die Anlage sieht nagelneu und komplett funktionsfähig aus, aber Betrieb und Unterhalt dürften doch sehr teuer sein, selbst wenn nur ein kleiner Teil für die Klimaanlage des Museums benötigt wird...
13_Kühlung_2_2052.jpg




Zurück im weißen Gebäude kann man durch die ehemaligen Arbeits- und Computerräume streifen. Der neue Serverraum für den Supercomputer wurde strahlungsgeschützt geplant, die dicken Wände und Türen sind gut zu sehen, Rolltore verstärken die Sicherheit. Wobei ich mich als Laie dann doch frage, was es denn nützt, wenn die Computer vor elektromagnetischer Strahlung ("atombombensicher") geschützt sind, die komplette Kühlanlage und der Turm selbst aber ohne Schutz herumstehen...
14_Sicherheit_Rolltor_1961.jpg



Ein anderer Bereich wurde mit Tischen und Stühlen ausgestattet und dient als Sitzmöglichkeit für das Cafe oder auch einfach nur zum Ausruhen. An den Wänden sind noch die Reste der Technik zu sehen.
15_Cafe_klein_1934.jpg


Im mittleren Bereich - der alte Aufenthaltsraum des Personals bzw. Kantine - ist dann die spannende Ausstellung um die Geschichte der Abhör- und Spionageanlagen auf Bornholm. Über die Jahre habe wir hier im Forum ja schon einige Bilder und Informationen ausgetauscht. Schade ist es auch hier, dass kaum Übersetzungen zu finden sind. Auf nähere technische Details wird ebenfalls nicht eingegangen, vielleicht sind es weiter militärische Geheimnisse oder die Besitzer hatten auch keine näheren Informationen dazu.

Dafür kann man aber einige Fotos zum Bau der Anlage sehen, auch gibt als Fundstücke aus der Ostsee Spionagegegenständen des Warschauer Paktes zu sehen. Hier z.B. ein Blick auf die Arbeitsplätze der Anfangszeit.
16_Alte_Abhörstation_1967.jpg



Weiter geht es dann zum Sockel des Betonturms, Windstärke und Windrichtung wurden jedenfalls auch gemessen, vielleicht um bei Arbeiten im Außenbereich gewappnet zu sein. Die Antennen waren eigentlich wetterfest verpackt und so oft dürfte sich doch keiner oben aufgehalten haben....
17_Windgeschwindigkeit_1983.jpg


Im Kellergeschoss kann man gut sehen, wieviele Kilometer Kabel verlegt worden waren.
18_Kabelkanäle_Keller_1_1975.jpg



Daneben liegen dann überall Rohre für Kühlung und Lüftung.
19_Kabelkanäle_Keller_2_1976.jpg


Ein Großteil der Leitungen dürfte bei der "Entmilitarisierung" entfernt worden sein, Kupferkabel sind ja auch ein lukratives Geschäft.
20_Kabelreste_1978.jpg


Der Blick nach oben in den Turm verrät jedenfalls, dass da genug Platz für viele Kabel war. Ein Teil ist auch noch vorhanden. Wahrscheinlich kommen jetzt Mobilfunkanbieter zum Zug?
21_Blick_nach_oben_1980.jpg



Nach oben im Turm kann man entweder den Lastenfahrstuhl nehmen oder die Treppe erklimmen. Da ich mich ein bisschen umsehen wollte, habe ich natürlich brav die Treppe genommen. Leider sind alle Türen zu den einzelnen Etagen abgeschlossen, manchmal kann man durch ein "Bullauge" in der Tür einen Blick auf die Ebene erhaschen. Viel zu sehen gibt es allerdings nicht:

Kabelreste mit vielen Steckverbindungen zeugen von fehlender Technik
22_Abgebaut_1990.jpg


Seltsame Schalttafeln lassen vermuten, dass einige Bereiche auch unter Druck standen oder mit speziellen Gasen geflutet waren?!
23_Druck_1991.jpg


Und offenbar waren einige Sensoren so empfindlich, dass reichlich Schallschutz verbaut worden war.
24_Leise_1985.jpg




Kurz einmal zurück, wie der Turm ausgesehen hatte: Auf den acht obersten Ebenen waren die Plattformen für die Antennen installiert. 2014 waren diese Plattformen dann abgerissen worden.
25_Turm_vor_Demontage.jpg


Auf dem Vorplatz liegen noch zwei der ehemaligen Plattformen herum (warum auch immer....) Sie waren mit einem Stahlprofil mit dem Turm verbunden, durch Rohre waren die Kabel etc. geführt worden.
26_Plattform_2_2045.jpg


Die Plattformen selbst bestanden offenbar nur aus Holz (??) und nach außen hin war die Technik nur durch eine dicke Folie / Plane geschützt, um die Funkwellen möglichst wenig zu behindern.
27_Alte_Plattform_1_2044.jpg


Hier kann man deutlich erkennen, dass die Stahlprofile einfach abgetrennt worden waren und nun die Türen vom Turm ins "Nichts" führen.
28_Türen_1783.jpg


Wobei sich zwischen der Außentür und dem Treppenhaus noch ein kleiner Eingangsbereich und ein etwas größerer Arbeitsbereich befinden. Trotzdem finde ich den Blick von unten auf die ungeschützten Türen oben im Turm ein bisschen beängstigend.
29 Turm_aussen_2046.jpg




Wenn man es denn endlich nach oben geschafft hat, führt eine kleine Treppe hinauf auf den oberen offenen Bereich des Turms! Leider habe ich davon keine Bilder gemacht, im unteren Bereich der Seilwinde ist es eine ca. brusthohe Mauer. Im oberen Bereich kann man ebenfalls von einem neuen Bretterzaun geschützt in alle Richtungen blicken. Ob es ganz erlaubt ist oder nicht - genau in der Mitte kann man noch auf einen etwas erhöhten Betonsockel klettern und hat bei gutem Wetter wirklich einen tollen Ausblick über die Südspitze! Als ich oben war, war es leider ein kleines bisschen diesig, trotzdem aber ein toller Tag, wie man sieht:

Nordosten:
30_Nordosten_2012.jpg


Westen:
31_Oben_Westen_2034.jpg


Süden:
32_Oben_Süden_2031.jpg


Dueodde:
33_Oben_Dueodde_2003.jpg


Und ein Blick auf die Kreuzung:
34_Perspektive_2018.jpg


Und was darf oben auf keinen Fall fehlen?
35_Flagge_2042.jpg



Wieder zurück auf dem Boden der Tatsachen gibt es schnell noch ein Bild mit "Bornholmer Himmel" und einer Perspektive als Hommage an Horst Dressler:
36_Perspektive_2048.jpg



Fazit: Da mich die Türme bei Dueodde seit der Kindheit begleiten, war es sehr spannend, einmal hinter die Kulissen schauen zu können. Bei schönem Wetter hat man vom Turm wirklich einen traumhaften Blick über Bornholm!

Die Idee mit der Nutzung der anderen Räume als Ausstellung und Museum ist gut, aber könnte etwas spannender gestaltet und mit mehr Erklärungstexten ergänzt werden.

Ob sich der Unterhalt dieser riesigen Anlage langfristig trägt, weiß ich nicht. Viele Bornholmurlauber werden sicher den Turm einmal besuchen, aber ob sie jedes Jahr wiederkommen? Für mich hat sich der Besuch aber auf jeden Fall gelohnt.

Wie sind Eure Erfahrungen mit dem "Bornholmertårnet"?

Viele Grüße
Loriot

michaelm
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Re: Bornholmertårnet

Beitragvon michaelm » 09.06.2016, 15:59

Moin Loriot, wow, was für ein Bericht !
Dafür hast Du mindestens den "goldenen Steinlaus Orden" verdient, fantastisch.
Sobald ich Zeit habe, ergänze ich ein wenig; wir haben Turm und Ausstellung letztes Jahr im Juli nämlich auch besichtigt (hab ich da nicht was zu geschrieben? Ich finds nicht...).
Egal, toller Beitrag!

PS: So sieht man den Turm von weiten:
IMG_8470a.jpg


Was mir gerade noch einfällt: In der Bornholms Tidende war zur Eröffnung ein schöner Beitrag. Demnach leitet den Laden eine junge Frau, deren Vater seinerzeit dort gearbeitet hat. Das war aber höchst geheim, so das nicht einmal seine Familie genau wußte, wo er arbeitete und was er dort machte. Das ging über 20 Jahre so und erst nachdem die NATO sich dort zurückgezogen hat, konnte er es seiner Tochter erzählen.
Auch auf der Insel und besonders gegenüber den Touristen wurden jahrzehntelang Legenden erzählt, wozu der Turm diente, Wasserturm, Meteorologie, etc. alles mögliche wurde erzählt, nur nicht die Wahrheit. Wobei man angesichts der meterhohen Umzäunung mit Stacheldraht obendrauf schon nachdenklich werden konnte. Und im nachhinein ärgerts mich auch, wie man so belogen wurde, worum es bei dem Turm eigentlich ging, unpassend in einer Demokratie.

Die Ausstellungen machten auf uns damals im Juli 2015 übrigens einen ziemlich unfertigen und tw. historisch falschen Eindruck, auch dazu später mehr.

Hier noch der Blick auf den obligatorischen Danebrog auf dem Turm:

IMG_8534a.jpg

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Loriot
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Re: Bornholmertårnet

Beitragvon Loriot » 09.06.2016, 22:30

Hallo michaelm,

es freut mich, dass Dir der Beitrag gefallen hat. :D Ich erinnere mich aber auch, dass Du schon ein paar Bilder vom Turm gezeigt hattest.

Im Netz hatte ich noch einen Bericht über die Eröffnung des Turms gelesen. Mal schauen, ob ich bei Gelegenheit den Link wiederfinde. Dass es die Tochter eines ehemaligen Angestellten vom Turm ist, war mir aber nicht bekannt gewesen.

Mir war aber schon als Kind bekannt gewesen, dass die Anlagen im Almindingen und der Turm in Dueodde zur Überwachung des Ostseeraums Richtung "Ostblock" dienten und eine extrem hohe Reichweite hatten. Dass es sich um militärische Anlagen handelte, war ja auch nie zu übersehen und mit Fotografierverbot und anderen Schildern gespickt.

Mein Vater hatte sich immer gerne mit seinem Schul-Schwedisch mit den Bornholmern unterhalten und sicherlich so auch die eine oder andere Information bekommen. Natürlich keine Details zu den militärischen Geheimnissen... In der Ausstellung habe ich ja auch keine Bilder zum Aussehen der Plattformen und Computerräume vor Stillegung der Anlage gefunden, das dürfte also weiterhin ein gehütetes Geheimnis sein. 8)

Als ich früher mit der ersten Video-Kamera einen Rundblick auf dem Rytterknaegten gefilmt hatte, waren übrigens immer hübsche Störungen auf dem Band, wenn die große Radarantenne über den Aussichtsturm funkte, da dürfte also einiges an Energie abgestrahlt werden. 8) Auch über diese Anlage (es waren früher ja mehr / andere Türme) ist offiziell nichts im Netz zu finden.

Viele Grüße
Loriot

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Harald57
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Re: Bornholmertårnet

Beitragvon Harald57 » 21.06.2016, 08:40

Sehr interessanter und informativer Beitrag! Hat dich sicherlich etwas Zeit gekostet diesen Bericht zu verfassen, aber das war es aufjedenfall wert. 8)

Liebe Grüße
Harald

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Loriot
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Re: Bornholmertårnet

Beitragvon Loriot » 22.06.2016, 21:39

Hallo Harald,

es freut mich, dass Dir der Beitrag gefallen hat. Natürlich war es ein bisschen Aufwand, die Bilder zu bearbeiten und die Erinnerungen noch einmal aufleben zu lassen. Aber es hat ja auch fast ein Jahr gedauert. :roll: :oops: Aber es macht ja auch Spaß, wieder in den letzten Urlaub einzutauchen und andere teilhaben zu lassen. :D

Ich finde es immer schade, wenn nur Fotostrecken ohne begleitenden Bildtext gepostet werden, natürlich gibt es reine "Stimmungsbilder", wo alleine das Foto zählt. Aber oft sind es ja auch besondere Orte und man möchte gerne wissen, wo es aufgenommen wurde und wie es dort war. :)

So würde ich mich auch freuen, wenn ein paar schöne Erlebnisberichte mit Fotos das Forum bereichern würden und wieder etwas Leben hier ist. 8)

Eigentlich müsste ich mal wieder eine Runde durch Brændesgårdshaven drehen, da gibt es auch viele Kindheitserinnerungen. Früher war ab ca. 17:00 das Tor offen, ob das noch immer so ist und man dann einfach kurz vor Toresschluss noch einmal durch den Garten wandern kann? Das wäre auch einige Fotos wert.... :wink:

Viele Grüße
Loriot

michaelm
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Re: Bornholmertårnet

Beitragvon michaelm » 22.09.2016, 20:41

So, jetzt kann ich den fantastischen Bericht von Loriot mit Neuigkeiten ergänzen.
Das ist ein Artikel aus der Bornholms Tidende vom 16. Juli 2016.

Und was steht so drin ?
Nun er wurde anläßlich des ersten Jahresjubiläum der Ausstellung im Turm geschrieben. Der Eigentümer Michael Møller meinte, das erste Jahr sei richtig gut gewesen. Die Ausstellung sei insbesondere im Winter wesentlich erweitert worden. Er hebt einen "Kommunikationsraum" hervor, der mit Unterstützung der Sparkasse Bornholm Fonds geschaffen wurde. Dort können die Besucher der Radiokommunikation in ganz Europa lauschen und so ein wenig die Atmosphäre erleben, mit der damals im Geheimen in diesem NATO-Bauwerk gelauscht wurde.
Dann gibt es ein Minikino (Spende der Gebrüder Larsen, bzw. aus deren Vermächtnis). Dort wird jeden Tag ein Film aus der Zeit des kalten Kriegs gezeigt, also der Zeit, wo dieser Turm der östlichste Lauschposten der NATO war.
Außerdem hat man eine Ausstellung, geliehen vom Museum Nexø, wo man die Folgen der Bombardierung von Nexø 1945 sehen kann, als ein verbohrter Nazi-Kommandant am 8. Mai auf Bornholm nicht kapitulieren wollte. Auch die neugebauten schwedischen Holzhäuser sind dokumentiert.
Der Besuch des Turms sei sehr gut, alle Besucher sehr zufrieden und in der Woche am Freitag gabs eine kleine Feier.

Bornholmer Tarnet.jpg


Kleiner Gag: Das Bild vom Artikel hieß eigentlich "Bornholmer Tårnet" - nix da sagte die Forensoftware, das ist ein ungültiger Dateinname. Also umbenannt auf Bornholmer Tarnet.
In welchem Forum sind wir hier nochmal ?

Uwe
Beiträge: 100
Registriert: 18.07.2010, 20:52

Re: Bornholmertårnet

Beitragvon Uwe » 29.09.2016, 20:27

Hallo
Wir waren jetzt im Urlaub auch auf dem Turm. Alles sehr interessant und natürlich auch eine gute Aussicht. Den Besuch sollte man sich nicht entgehen lassen. Ob sich das Museum halten kann? Die Unterhaltungskosten dürften sehr groß sein.
Danke an Loriot für den Bericht.

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