Forum: Bahn, Bus, Fähre, Flug – Reiseweg nach Bornholm
Thema: Neuer Verkehrsvertrag 2017 / Aus für Sassnitz?

Du willst nach Bornholm mit dem eigenen Auto? Du hast aber noch viele Fragen zum Thema "Bornhom mit der Fähre". Oder möchtest Du ohne Auto auf die Insel? Welche Reisewege sind empfehlenswert? Wie kann man sparen? Wo ist oft alles ausgebaucht? Hier ist der Bereich für Deine Fragen und Tipps.
Multicar
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Neuer Verkehrsvertrag 2017 / Aus für Sassnitz?

Beitragvon Multicar » 09.01.2015, 07:09

Hier mal ein interessanter Link:

http://www.faehren-aktuell.de/neuer-ver ... er-aerger/

LG Stefan

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Friese
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Beitragvon Friese » 09.01.2015, 12:40

Moin Moin,
es gibt da ein tolles Sprichwort:
"Wie man sich bettet so schallt es heraus"
Also dann ab 2017 nicht mehr zum Ø :!:
Friese
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michaelm
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Beitragvon michaelm » 10.01.2015, 11:42

Hallo Stefan,
gut, das Du das postest, ja, tatsächlich:

2017 gibt es keine Bornholm Fähre mehr !!!


Das ergibt der noch 2014 vom Folketing beschlossene Verkehrsvertrag, der auch die Zugverbindung von Kopenhagen nach Ystad abschafft, die Insulaner schäumen!
Die Povl Anker soll 2017 außer Dienst gestellt werden, da sie Reservefähre auf der Ystad Route war, gibt es dann bei schlechtem Wetter u.U. gar keine Fähre mehr nach Bornholm !!! So ist es aktuell gerade der Fall:
http://www.tv2bornholm.dk/%5Cdefault.aspx?newsID=87225

Eine Fährverbindung nach Saßnitz soll es ab 2017 nicht mehr geben, weil a) nicht wirtschaftlich und b) es keine staatlichen Zuschüsse für die Route mehr geben soll.

Bornholm Fans, wenn Ihr ab 2017 noch auf die Insel reisen wollt, gibt es nur eins: Hier unterschreiben !

http://www.skrivunder.net/bornholm_sige ... liget_2014


Weiterer Link (Präsentation zur Vorlage im Folketing):
http://www.ft.dk/samling/20141/almdel/t ... 416018.pdf

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DørdeSkovly
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Beitragvon DørdeSkovly » 10.01.2015, 21:59

Hallo!

Hier nochmal etwas relativiert und super zusammengefasst!
Auch sonst eine schöne neue Seite!

http://bornholmmylove.com

Gruß
Dørde

michaelm
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Ergänzung

Beitragvon michaelm » 11.01.2015, 14:01

Dørde, schöner Link.

Ein paar Ergänzungen:

- Die Preissenkung um 10% gilt nur für die Route Ystad-Rønne und - nur in der Nebensaison!

- Die Hammmerodde ist mitnichten wetterfest, gestern und heute fuhr sie nicht, wohl aber die Povl Anker. Mit anderen Worten: Bei stürmischem Wetter gibt es gar keine Bornholm Fähre mehr; (von Deutschland aus).

- Die Køge Route wird derzeit zwischen 17:00 (Abfahrt Rønne) und 6:00 (Ankunft Rønne) bedient. Die Hammerodde kann also die Saßnitz Route nur zwischen ca. 7:00 und 16:00 bedienen. Damit entfällt am Wochenende auf jeden Fall die zweite Fähre auf der Saßnitz-Route - viel Spaß auf der kleinen Hammerodde :evil:

- Da die Ystad bzw. Køge-Route (Fracht !) bedient werden muß, würden diese bei Problemen den Vorrang bekommmen. Verspätet sich also die Køge Fähre um mehr als eine Stunde, platzt die Saßnitz-Route an dem ganzenTag!
Dann darf man auf Saßnitz übernachten (viel Spaß in der Hochsaison) und am nächsten Tag dürfen sich alle auf die kleine Hammerodde quetschen.

Also, das Ganze ist ein absoluter Irrsinn, der unbedingt verhindert werden muß!

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Friese
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Beitragvon Friese » 14.01.2015, 10:54

Moin Moin,
vielleicht ist es ja gaaanz anders begründetet.
Die Verantwortlichen haben in div. Bornholmforen gelesen, und dabei festgestellt, dass einigen Meinungen dahingehen, dass unser Ø teilweise mit Touris überschwemmt wird.
Also Fazit: Rückbau der Ströme um Bornholm wieder ursprünglich zu machen. :lol:
Friese
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Lill
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Beitragvon Lill » 19.01.2015, 18:14

Vielleicht sollen ja nach und von Bornholm nur noch Leute mit ihrer Privatjacht reisen können?

:evil:
Biete mir an Bali, die Bahamas, Borkum oder Bornholm - ich würde immer Bornholm nehmen!

michaelm
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Beitragvon michaelm » 21.01.2015, 11:31

Inzwischen haben zwar mehr als 13.000 gegen die Pläne unterschrieben:
http://www.skrivunder.net/bornholm_sige ... liget_2014

aber das reicht noch lange nicht.

Wie man dem obigen Link entnehmen kann, geht es um die Einsparung von 31 Mio. dänischen Kronen, also um rund 4 Mio. Euro.
Gleichzeitig plant die dänische Regierung aber unverdrossen weiter den Fehmarn Tunnel, Kosten mehr als 6 Milliarden Euro !!!!

http://dk-forum.de/phpbb3/viewtopic.php ... 85#p375885

Man sieht: Nicht nur in Deutschland hat der Wahnsinn Methode.

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Hans Klueche
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Der aktuelle Stand zum Thema

Beitragvon Hans Klueche » 12.02.2015, 12:24

Hallo Bornholm.deler,

es wird auch in Dänemark längst nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Von einer Einstellung des Route Sassnitz - Rønne redet keiner der wirklich Verantwortlichen. Ohne Zweifel könnte der aktuell vorliegende Verkehrsvertrag (eigentlich eine schlechte Übersetzung, Verkehsabkommen wäre besser) Einschränkungen bewirken, aber ich bin überzeugt, dass die Dänen im Allgemeinen und die Bornholmer im Besonderen Pragmatiker sind und ab 2017 Lösungen haben werden, wie wir alle nach Bornholm kommen werden. In unseren Bornholm.de News auf der Hauptseite habe ich den aktuellen Stand des Streites um den Verkehrsvertrag am 11.2. zusammen gefasst. Auch da gibt es den Link auf die Online-Petition:

http://www.bornholm.de/news/streit-um-b ... 51898.html

Hilsner fra Bielefeld

Hans

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Re: Der aktuelle Stand zum Thema

Beitragvon michaelm » 13.02.2015, 20:43

Hans Klueche hat geschrieben:Hallo Bornholm.deler,

es wird auch in Dänemark längst nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Von einer Einstellung des Route Sassnitz - Rønne redet keiner der wirklich Verantwortlichen. ....

Hilsner fra Bielefeld

Hans


Lieber Hans,
erstmal herzlichen Dank für den guten Beitrag zur geplanten Fährenkatastrophe, den Du verfasst hast, und der eine gute Informationsquelle ist.
Mit einer wesentlichen Ausnahme: Der jetzige Verkehrsvertrag bedeutet eben leider doch die komplette Einstellung der Saßnitz-Route ab 2017 !

Das das keiner der "wirklich Verantwortlichen" so sagt, oder schreibt, ist mitnichten hilfreich oder beruhigend, sondern "typisch Politiker" !

Sehr deutlich wird das in dem wunderschönen Blog der nach Bornholm ausgewanderten Steffi Schröter. Und die zitiert die Leiterin der Destination Bornholm, Pernille Lydolph:

"“Es wird vermutlich keine Sassnitz-Rønne Verbindung mehr geben, auch nicht nur mit dem Schiff Hammerodde, wenn der Verkehrsvertrag so bestehen bleibt.
Schlichtweg, da es nicht möglich ist, mit einer Fährkapazität von 400 Passagieren eine rentable Rute zu betreiben.
Derzeit hat niemand definitiv beschlossen, die Route einzustellen, aber aufgrund der Auswirkungen des neuen Verkehrsvertrages ist die Wahrscheinlichkeit einer Niederlegung der Deutschland-Route sehr groß”

http://bornholmmylove.com/2015/01/08/de ... -bornholm/

Und genau das sollte man auch in aller Deutlichkeit sagen, damit es vielleicht noch klappt, diesen Irrsinn zu stoppen.

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Hans Klueche
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Jeder würzt die Suppe wie er kann

Beitragvon Hans Klueche » 14.02.2015, 14:17

Lieber Michael,

natürlich wäre die Sassnitz-Route nur mit MF Hammerodde betrieben ab 2017 nicht das, was sie heute ist. Aber schau Dir den Fahrplan an, wie viele der Überfahrten auf der Route heute mit Hammerode und wie viele mit Povl Anker bedient werden: Z.B. in der Hauptsaison 2014 machte Hammerodde mit Ausnahme eines Donnerstages im August alle Überfahrten montags bis freitags allein, samstags - der wichtigste Reisetag - und zwei verkehrsstarke Sonntage fuhren Hammerodde und Povl Anker praktisch hinter einander her. Povl Anker fuhr nur die restlichen Sonntage allein. 2015 wird der Fahrplan, wie wir auf der Hauptseite schon gemeldet haben, etwas ausgeweitet. Da fährt Povl Anker 5 (in Worten fünf) zusätzliche Freitags-Überfahrten im August fast zeitgleich mit der Hammerodde. Fazit: Die Hauptarbeit auf der Sassnitz-Route macht seit Jahren die Hammerodde, weil an den meisten Tagen der Woche ihre Kapazität ausreicht.

Bild

Wenn Steffi Schröter nun Pernille Lydolf zitiert, so ist das eine Stimme, die als Interessenvertreterin - sprich Lobbyistin - des Tourismus auf Bornholm natürlich daran interessiert ist, so große Kapazitäten wie möglich bei der direkten Fährlinie aus dem wichtigsten internationalen Markt ihrer Insel zu haben, aus dem deutschen. Das ist Pernilles Aufgabe. Und natürlich gehört es dazu, in so einer Situation auch mal den Teufel an die Wand zu malen. Aber hast Du ihr Zitat richtig gelesen:

"Es wird vermutlich...
... ist die Wahrscheinlichkeit einer Niederlegung [..] sehr groß"

Ich kenne und liebe die Dänen seit über 40 Jahren. Ich habe auch in Dänemark gelebt und als Auslandskorrespondent für viele ARD-Sender lange genug über das Land berichtet und weiß, wie man solche Statements einordnen muss. Das ist auf keinen Fall eine Aussage, die die Einstellung der Linie ab 2017 belegt. Da geht es um Druck auf die Entscheidungsträger, die Situation für den Bornholmer Tourismus zu verbessern. Und der will immer bessere Bedingungen auf der Direktroute mit Deutschland.

Ich hatte Kontakt mit einem Sprecher von Færgen und darauf beruht die folgende Passage in meiner Übersicht für die News hier auf Bornholm.de > Færgen erklärte indes auf Anfrage von Bornholm.de, dass man die Sassnitz-Route weiter betreiben möchte...< (siehe http://www.bornholm.de/news/streit-um-b ... 51898.html).

Bild

Ich werde mich bemühen, zeitnah ein Interview mit einem Verantwortlichen von Færgen zu führen, das ist aber nicht so leicht. Nicht etwa weil Færgen kneift, sondern weil vor dem Betrieb der Linie ab 2017 noch die europaweite Ausschreibung der subventionierten Routen von und nach Bornholm steht, und da ist Færgen, so muss man immer bedenken, nur ein potentieller Bewerber, wenn auch einer - das ist jetzt einmal meine subjektive Einschätzung - mit guten Aussichten. Grundsätzlich hält sich Færgen deshalb aber mit Aussagen zum Routen-Verkehr ab 2017 zurück.

Theoretisch könnten nämlich auch andere den Zuschlag bekommen, falls sie sich bewerben, z.B. Stena oder Destination Gotland AB, die bei einer ähnlichen Konstellation Fährlinien von und nach Gotland im Auftrag des schwedischen Staates betreibt, und genau jene Superfähren besitzt, die viele Bornholmer auch für ihre Insel gerne hätten. Und um bei der Theorie zu bleiben, können sich auch griechische, spanische oder italienische Reedereien bewerben. Wer weiß schon, dass Finnlines, die u.a. zwischen Travemünde und Malmö verkehren (Die Nachtüberfahrten lassen sich übrigens gut mit der Ystad-Rønne Route kombinieren) zur italienischen Grimaldi Gruppe gehören, die stark im Ostseeraum expandiert. Da ist also noch viel offen.

Ich würde aber jede Wette annehme, dass auch 2017 Fähren zwischen Deutschland und Bornholm direkt verkehren werden. Und sogar eine Hammerodde allein kann als Teil des gesamten Verkehrs von und nach Bornholm rentabel diese Überfahrt machen, befriedigend für den deutschen Markt und den Bornholmer Tourismus aber kaum.

Hilsner fra Bielefeld

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Loriot
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Beitragvon Loriot » 16.02.2015, 20:04

Hallo Hans,

vielen Dank für Deine interessante Einschätzung der Situation. Hoffen wir mal, dass Du recht behältst und es wirklich mit einer mit einer vernünftigen Fährverbindung weitergeht.

Wir (ok, zumindest ich, man soll ja nicht für andere sprechen :wink: ) sind ja auch immer ein wenig Nostalgiker und eine Fahrt mit "Bornholmstrafikken" (Faergen klingt so unpersönlich) hatte auch immer etwas Lokalkolorit, auch wenn der Service von den Einheimischen nicht immer in den höchsten Tönen gelobt wird. So würde ich mich freuen, wenn es eine einvernehmliche Lösung für den Fortbestand der Schiffe und Routen gäbe, die ja auch Werbung und Arbeitsplätze für die Insel bedeuten.

Spleenige Gedanken einer Direktverbindung von Travemünde darf man auch immer haben, die Preise wären sicher exorbitant hoch. Aber um 23:00 in Travemünde auf das Schiff und morgens um 8:00 auf Bornholm, so habe ich es früher erlebt. :D

Da Du auch beruflich gute Kontakte pflegst, freue ich mich über aktuelle Beiträge aus erster Hand von Dir zu diesem Thema!

Viele Grüße
Loriot

michaelm
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Beitragvon michaelm » 19.02.2015, 13:31

Lieber Hans,
da muß ich Dir doch etwas widersprechen.
Nach meinen Informationen trägt die gute alte Povl Anker (PA) nämlich die Hälfte der Lasten der Saßnitz-Route. Sie ist schließlich fast viermal so groß wie die Hammerodde (1500 gegenüber 400 Passagieren) und schafft so mit zwei wöchentlichen Fahrten fast die gleiche Kapazität wie die Hammerodde im Rest der Woche.
Das Chaos, was vor allem am Wochenende (den beiden wichtigsten Reisetagen) ohne die Povl Anker herrschen würde, mag man sich kaum vorstellen. Wie mir ein Freund kürzlich sagte, ist die Saßnitz-Route jetzt schon am Wochenende Mitte August fast ausgebucht, da fährt die PA sogar noch.

Der zweite Punkt ist die eindeutige Aussage aller Beteiligten: Mit halber Kapazität ist die Route nicht wirtschaftlich zu betreiben, genau darauf läuft es aber ohne die PA hinaus.

Dritter Punkt: Wie Du sehr richtig schriebst, gab es in diesem Januar mehrere Schlechtwetter-Tage, wo die Katamarane nicht fuhren. Genau dann braucht es die Reservefähre, ohne die PA wäre das die Hammerodde. Die müßte dann fahren, denn es gibt die staatliche Verpflichtung diese Route zu bedienen. Nur wenn die Hammerodde die Ystad Route bedient, fällt zu dem Zeitpunkt die Möglichkeit flach, auch noch die Saßnitz-Route zu bedienen.
Was soll man von einer Fährenplanung halten, die nur für gutes Wetter gilt?
Und wie soll das funktionieren?

Ich halte nichts davon, die Dinge schön zu reden, und der jetzige Verkehrsvertrag hat einfach zur Folge, das es 2017 keine Saßnitz-Route mehr gibt - es sei denn, wir alle entfachen so viel Druck, das es noch Änderungen gibt. Und da muß noch sehr viel getan werden, denn die 23.000 Unterschriften, die am 4. März in Christiansborg übergeben werden sollen:
http://www.bornholmstidende.dk/?Id=62419
werden nicht reichen.

Man kann zwar hoffen, das das für den 9. März geplante Treffen beim Transportministerium:
http://www.tv2bornholm.dk/?newsID=88972
die Angelegenheit weiterbringt, aber ohne zusätzlichen politischen Druck bestimmt nicht.

23.000 Unterschriften (davon nur einige Hundert aus D) sind doch angesichts der über 100.000 deutschen Gäste noch sehr wenig. Daher noch mal:
Wenn Ihr ab 2017 noch nach Bornholm fahren wollt, tut etwas,
unterschreibt hier:
http://www.skrivunder.net/bornholm_sige ... liget_2014


und bittet alle Freunde und Bekannten ebenfalls um die Unterschrift.
Auch Anrufe und Schreiben bei den Ferienhausvermietern sind hilfreich, die geben das gerne weiter, z.B. beim og. Treffen am 9. März.

PS: Vielleicht noch ein informeller Aspekt: Ich kenne meinen Freund Jan, der auf Bornholm lebt, seit mehr als 20 Jahren. So aufgebracht, wie jetzt, nach dem neuen Verkehrsvertrag habe ich ihn noch nie erlebt.
Und nicht nur er versichert mir: Auf der Insel brodelt es und es gibt derzeit nur ein Thema: Die deutlichen Verschlechterungen im Verkehr von und zur schönsten Insel der Ostsee, die ja viel weiter gehen, als nur die Saßnitz-Route zu betreffen.
Wenn wir jetzt also noch etwas tun, helfen wir auch den Insulanern selbst und das sollte es uns wert sein.

michaelm
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Beitragvon michaelm » 26.03.2015, 20:02

Hallo,
hier nun mal ein paar Updates:
Inzwischen (am 25.2.) wurden dem dänischen Transportminister Magnus Heunicke die mehr als 26.000 Unterschriften gegen den neuen Verkehrsvertrag persönlich übergeben. Dazu gibt es einen fantastischen Bericht hier:
http://bornholmmylove.com/category/fahre/

Man kann skeptisch sein, ob dieser Besuch wirklich etwas gebracht hat, aber mein persönliches Resumée ist, das es einen Hoffnungsschimmer auf Nachverhandlungen gebracht hat.

Am 8. bzw. am 16. März waren Vertreter Bornholmer Touristikorganisationen ebfs. beim Transportminister. Hier ging es vor allem darum, das das Ministerium bisher von falschen Zahlen ausgegangen ist. Danach wären nur 50% der deutschen Touristen via Saßnitz gekommen. Die Touristenverbände wollten ihm nun darlegen, das die richtigen Zahlen sagen, das mehr als 90% aller deutschen Reisenden via Saßnitz kommen.
Die falschen Zahlen des Ministeriums waren leider Grundlage für den Verkehrsvertrag.....
http://www.tv2bornholm.dk/?newsID=89544

Dazu siehe auch den Text auf dieser Webseite:
http://www.bornholm.de/news/minister-ue ... 52001.html

Was bei diesen Treffen (und zwei weiteren) herausgekommen ist, weis ich bisher leider nicht, ich hab einiges abgesucht. Wenn jemand mehr weis, hier bitte nachtragen.

Danach haben noch zwei wichtige dänische Organisationen bzw. deren Sprecher, Carlos Villaro Lassen der Feriehusudlejernes Brancheforening und Benny Schou von Horesta (einer dänischen Organisation von Hotels, Restaurants und anderen Dienstleistern) die neue Verkehrsabsprache öffentlich kritisiert:
http://www.tv2bornholm.dk/?newsID=89603


Die Bornholms Passagerforening, das ist die Organisation für die Bornholmer Pendler, also diejenigen die vor allem auf den regelmäßigen Verkehr von und zur Insel angewiesen sind, haben ein Papier zu dem Thema veröffentlicht, in dem sagen sie, das der neue Verkehrsvertrag ein Verstoß gegen das dänische Grundgesetz ist, weil es das Grundrecht auf Bewegungsfreiheit der Bornholmer einschränkt.
Das haben sie in einem Bericht von ihrem Treffen eindrucksvoll beschrieben:
http://www.bornpass.dk/wp-content/uploa ... 032015.pdf

Was das Leben ohne Reservefähre praktisch bedeutet, können die Bornholmer aktuell mal wieder studieren: Die Nachtfähre auf der Køge Route ist seit gestern defekt, und schon treten in den Geschäften auf der Insel Engpässe auf (mit der Nachtfähre läuft der größte Teil des Warentransports von und zur Insel):
http://www.tv2bornholm.dk/%5Cdefault.aspx?newsID=89759

Wenn die Fähre dann 7-8 Tage ausfällt (wie es jetzt der Fall ist) und das dann in der Hochsaison wäre die gesamte Versorgung der Insel zusammengebrochen !
Jetzt kann die Povl Anker eingesetzt werden, aber genau die soll es ja ab 2017 nicht mehr geben.

PS: Und eine Fähre nach Saßnitz dann ganz bestimmt auch nicht, kaputt ist kaputt und eben die Reservefähre soll ja abgeschafft werden.
Ich versuch mir gerade mal vorzustellen, was so passiert, wenn mitten in der Hochsaison die Saßnitzfähre ausfällt....

Multicar
Beiträge: 23
Registriert: 29.10.2013, 01:15

Beitragvon Multicar » 27.03.2015, 12:51

Eine gute Reederei hat für solche Fälle Notfallpläne. In diesen Notfallplänen berücksichtigt man die freien Schiffe im näheren Umkreis.

Dieser Fall ist nun eingetreten. Die Hammerodde wird wahrscheinlich bis Mitte April in Landskrona bleiben müssen.

Es wird einen Ersatzfahrplan geben. Für den Frachtbereich wird ein Ro/Ro-Schiff (MS Gute) aus Schweden kommen und die Povl Anker unterstützen.

LG Stefan

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