Forum: Bahn, Bus, Fähre, Flug – Reiseweg nach Bornholm
Thema: Neues von "Molbo Line"

Du willst nach Bornholm mit dem eigenen Auto? Du hast aber noch viele Fragen zum Thema "Bornhom mit der Fähre". Oder möchtest Du ohne Auto auf die Insel? Welche Reisewege sind empfehlenswert? Wie kann man sparen? Wo ist oft alles ausgebaucht? Hier ist der Bereich für Deine Fragen und Tipps.
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Viking76
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Re: Neues von "Molbo Line"

Beitragvon Viking76 » 15.09.2019, 19:02

ja,das hat schildbürgerniveau…
ich habe das beladen des schrottbunkers von der hammershus live erlebt,
Reisebusse und lkw müssen rückwärts auf das boot fahren :lol: :lol:
da müssen die fahrer schon gute nerven haben.
alles andere fährt über diese komische höhenrampe...
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michaelm
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Re: Neues von "Molbo Line"

Beitragvon michaelm » 15.09.2019, 19:03

Nachtrag: Der Fährenausfall brachte lange Warteschlangen beim Check-In:
warteschlange.jpg
warteschlange.jpg (51.61 KiB) 259 mal betrachtet
http://www.tv2bornholm.dk/?newsID=227469

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Viking76
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Re: Neues von "Molbo Line"

Beitragvon Viking76 » 15.09.2019, 21:17

stau auf bornholm :shock:
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michaelm
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Re: Neues von "Molbo Line"

Beitragvon michaelm » 04.10.2019, 10:13

Weil die Webseite des Forums wieder mal spinnt (längere Postings gehen nicht).

[Ich habe die Beiträge auf Wunsch von michaelm zusammengebastelt. Auf den desolaten Support und die mangelnde Pflege seitens triplemind habe ich leider auch keinen Einfluss. Sämtliche Kontaktaufnahmen (PN im Forum, diverse EMails an verschiedene Adressen, selbst mehrfach (!!) versuchter Telefonkontakt) wurde komplett ignoriert. Loriot]

Ich hatte ja schon kurz darüber berichtet, dass die Express 1 vom Molbo am 10.5. 2019 kurz nach der Ausfahrt aus Rønne Havn im dichten Nebel ein polnisches Fischerboot über den Haufen gefahren hatte, drei Besatzungsmitglieder landeten im Krankenhaus.
Durch eine Untersuchung der Seefahrtsbehörde kamen eine Reihe erstaunlicher Fakten zutage, die mit Schuld an diesem Vorfall trugen.
- Offenbar war das Radar auf der Express 1 falsch eingestellt.
- Obwohl vorgeschrieben, wurden die Radardaten nicht aufgezeichnet.
- Die Vorschrift in dieser Situation mindestens zwei Mannschaftsmitglieder ausschliesslich mit Navigationsaufgaben zu beschäftigen, wurde nicht eingehalten, es wurden immer wieder andere Dinge zwischendurch erledigt.
- Die Anforderung auf der Brücke eine Atmosphäre des konzentrierten Arbeitens sicher zu stellen,wurde nicht eingehalten. Auch während der Nebelfahrt nahe des Hafens von Rønne diente die Brücke als Frühstücksplatz und Treffpunkt der Mannschaft zum Quatschen, das Sicherheitsvideo wurde auch auf der Brücke abgespielt - all das störte die Konzentration auf Navigation uns Steuerung des Schiffs.

In den zehn Minuten seit der Abfahrt war der Schiffsführer ua. damit beschäftigt, einen Alarm zu quittieren, Angaben über die Zahl der Passagiere und des Gepäcks an Land zu übermitteln.
Auch auf weiteren Fahrten war die Aufmerksamkeit auf der Brücke mangelhaft konstatierte die Behörde in ihrem Bericht, es war sogar ganz gewöhnlich!
Es ist sogar vorgekommen, dass nur ein einziger Mann auf der Brücke mit der Navigation beschäftigt war.

Mit ein Grund für die Kollision war aber auch die hohe Fahrt der Express 1 mit knapp 34 Knoten =64 km/h) im dichten Nebel, die Leute auf dem Fischdampfer hatten gerademal 10 sec Zeit zur Reaktion. Die polnischen Fischer bekamen aber auch ihr Fett weg, zum Zeitpunkt der Kollision war deren Steuerhäuschen nicht besetzt. Mit einem automatischen Schiffsidentifikations-System [AIS] war der Kutter nicht ausgerüstet, stattdessen waren zwei rote Topplichter gesetzt, als Zeichen, das das Ruder nicht bemannt war.Das konnte bei dem Nebel, dem hohen Tempo und der mangelnden Aufmerksamkeit auf der Express 1 wenig nützen.


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Re: Neues von "Molbo Line"

Beitragvon michaelm » 11.10.2019, 20:10

Die Max Mols ist heute abend 40 min verspätet, schon 2-3m Wellen machen ihr zu schaffen.
Den Passagieren gehts zum Teil schlecht, aber die Mannschaft kümmere sich sehr.
Ein Leser der Tidende schrieb allerdings schon von einer Alptraumtour.
Die Express 1 hat "nur" 30 min Verspätung.

Immerhin war es auf der Mols nicht so schlimm, wie im September, wo der Käptn kurz nach der Ausfahrt aus Rønne umdrehen musste, aber lange nicht konnte. Da hat es ziemlich viel Kleinholz auf der Fähre und auch unter den Autos gegeben; das will ich auch noch später posten.

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Re: Neues von "Molbo Line"

Beitragvon michaelm » 11.10.2019, 21:09

Am Sonntag, den 15.9.2019 unternahm die kleinere Schnellfähre eine Tour, die so schnell niemand vergessen wird. Der Kapitän der Fähre entschied nach der Ausfahrt 12:30 aus dem Hafen von Rønne nach 45min das Schiff umzudrehen und wieder in den Hafen zu fahren. Die Wellenhöhe betrug 3-3,5 m, Windstärke 15,7 m/sec = Windstärke 7 (gemessen an der Hammerodde).
Allerdings gelang es der Fähre zunächst überhaupt nicht zu wenden, sie brauchte ziemlich lange dafür. Die nachgezeichnete Route der Max Mols zeigt dies anschaulich:
Mols Routen.jpg
Mols Routen.jpg (17.98 KiB) 52 mal betrachtet
Die violetten Linien sind die Standardrouten (nach Ystad bzw. Sassnitz), die blaue Linie zeigt die verzweifelten Versuche des Käptn, die Fähre zu wenden, sie war Wind und Wellen einfach nicht gewachsen.

Passagiere berichteten, dass die Deckenplatten in den Passagierräumen herunterstürzten, im Shop purzelte die Ware aus den Regalen und den Kühlschränken. Ein reines Wunder, dass keine Passagiere zu schaden kamen!
Insgesamt 8 PKW´s und ein Motorrad kamen zu Schaden.
Ein wütender Passagier schrieb der Tidende: Das war ein Spiel mit dem Leben der Passagiere!
Als eingeborener Bornholmer wäre er mehrere hundert Male diese Route gefahren, oft in wesentlich schlechterem Wetter als am 15.9., aber er hätte sich niemals so ausgeliefer gefühlt, wie auf dieser Fahrt.
Der Kapitän hätte mehrfach versucht, die Fähre nach Norden und Richtung Ystad zu drehen und mußte jedesmal aufgeben.
Die Fähre wäre wohl gekentert, wenn er sie trotzdem gedreht hätte,
man spielt mit dem Leben der Passagiere, wenn man mit einer derart ungeeigneten Fähre in solchem Wetter vor Bornholm fährt.

Regale ausgeschüttet.jpg
Der Blick in den Shop, leicht durchgeschüttelt.

Hanne Nimskov, die Frau, deren Initiative seinerzeit die Povl Anker als Reservefähre rettete, fragte in einem Leserbrief, ob man in Aarhus (Sitz von Molslinien) eigentlich warten würde, bis es die ersten Toten auf der Linie gäbe ?
Der Kommunikationschef von Molbo, Jesper Mack (den die Tidende leser als "Quasselmaschine" bezeichnen), verteidigte wie immer alles und man werde das in Zukunft noch besser kommunizieren, bla, blub.

Für den September mußte Molbo etwas über 100.000 dkr Strafe zahlen, wegen nicht eingehaltener Fahrpläne; "lächerlich" sagen die Bornholmer dazu. Bei 1 Mio dkk Tagesumsatz in der Tat ein Witz.

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Re: Neues von "Molbo Line"

Beitragvon michaelm » 11.10.2019, 22:30

Noch ein Tip: Wenn Ihr auf der Webseite von Bornholmslinjen nachsehen wollt, ob Eure Fähre pünktlich ist, guckt nicht auf der deutschen (oder englischen) Version der Seite nach.
Die deutsche Seite meldet heute abend:

Webseite deutsch.jpg

Von wegen! Erst wenn man auf die dänische Seite geht, erfährt man:

dänische Seite.jpg
Was auf Deutsch bedeutet: Einer oder mehrere Abfahrten verkehren nicht planmässig.
Klickt man auf das Banner mit der Info bekommt man:
Details dänisch.jpg
In dem Fall also, dass die Max Mols 1:10 Std verspätet ist und die Express 50 min. Und wie sich die Abfahrtzeiten der Busse verändern.

Molbo macht sich bei nur wenigen Verspätungen an einem Tag häufig nicht die Mühe, die Infos auf Deutsch, Englisch oder schwedisch zu übersetzen. Billig bleibt eben billig...

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