Forum: Bornholm Reiseberichte
Thema: Sorge um die Dueodde

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Marcel
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Sorge um die Dueodde

Beitragvon Marcel » 28.08.2016, 12:15

Hallo Freunde,
seit gestern bin ich wieder zu hause, es waren zwei wundervolle Wochen! Drei Tage Regen, ansonsten schöner blauer Bornholm-Himmel, jeder Tag Strand, herrlich, und ich werde NICHT 344 Tage warten, um wiederzukommen ;)
Soweit das Schöne. Was mir dieses Jahr allerdings große Sorgen gemacht hat, ist der Zustand des Strandes an der Dueodde.
Mir ist aufgefallen, dass besonders auf dem Abschnitt zwischen den beiden Haupt-Zugängen am Leuchtturm und dem Dueodde Vandrerhjem, also dem großen schönen Strandabschnitt, der einem auf jedem Satellitenfoto schon weiß entgegenleuchtet, sich immer mehr Sumpfpflanzen breit machen. Als ich ankam, herrschte stürmisches Wetter und der halbe Strand war überspült worden. Nicht nur, dass wie leider sehr oft ein breiter Streifen aus fauligem Seetang das Ufer zierte, es machen sich auch mitten auf dem Strand immer größere "Inseln" von Pflanzen breit, die zunehmend den Strand erobern.
Das beunruhigt mich, zumal bereits vor Jahren ein großer Teil des Strandes durch fortschreitende Vegetation unbrauchbar gemacht wurde.

Ich erinnere mich, wie ich als kleines Kind Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger am Strand der Dueodde war. Dort, wo neben dem Campingplatz das Haus mit dem Nebelhorn steht, fing direkt der Strand an.
Zwischen 1997 und 2005 hatten wir aus verschiedenen Gründen eine Bornholm-Pause. Als ich dann Pfingsten 2005 mit frischen 18 Jahren mit meiner Familie wieder nach Bornholm kam und wir voller Vorfreude an unseren alten Strand kamen, traf uns quasi der Schlag als wir sahen, dass der Strand einem verwilderten Biotop gewichen war, aus dessen feucht-sumpfigem Boden kleine (und inzwischen mittelgroße) Birken und andere Sträucher wachsen und man eine Schneise mit Holzsteg für den Strandzugang angelegt hatte!

Seit 2005 fahre ich wieder jedes Jahr nach Bornholm und natürlich ist der Mensch ein Gewohnheitstier. Man gewöhnt sich daran, und natürlich ist die Dueodde immer noch der schönste Strand weit und breit, immer noch riesig und immer noch ist der Sand fein wie Puderzucker. Aber als ich dieses Jahr die neuerliche Entwicklung beobachten konnte, habe ich angefangen mir Sorgen zu machen, ob nicht in den nächsten Jahren wieder ein großer Teil des Strandes verschwinden könnte.

Was mir völlig unklar ist: Warum wird auf Bornholm gegen diese Entwicklung nichts unternommen?
Versteht mich nicht falsch, ich bin wirklich stark dafür, dass man die Natur so belässt wie sie ist und nicht für Touristen alles platt macht. Aber dass man ausgerechnet diesen wunderbaren Sandstrand, der alles andere in Europa in den Schatten stellt, so verwildern lässt, verstehe ich nicht? Genauso verstehe ich nicht, dass der während der letzten zwei Wochen, die ich da war, mehrere hundert Meter lange und mehrere Meter breite Algenteppich nicht an einem Abend oder frühen Morgen mal mit dem Bagger einfach abgetragen werden kann? Jede Kommune auf Bornholm hat meines Wissens einen sogenannten Strandvogt, der für den Zustand der Strände verantwortlich ist? Es müsste doch schon im Interesse der Bornholmer sein, dass Feriengäste, die mehrere Tausend Euro für ein Haus auf der Insel bezahlen, nicht abgeschreckt werden und im Folgejahr woanders hinfahren, weil es am Strand vor Gestank kaum auszuhalten ist und sich die Kinder vor der braunen Brühe ekeln; überall wird der schöne Wald platt gemacht, um noch ein Haus hinzubauen, dass dann so nah am Nachbarhaus steht, dass man den Mietern dort beim Abendessen vom Fenster aus auf die Teller schaun kann, aber einen einzigen Tag in der Hochsaison für 2 Stunden mal den Schlamm abtragen geht nicht??

Was mir noch aufgefallen ist: Es gibt einen Strand weiter westlich, zwischen Strandmarken und O. Soemarken, dort kommt man hin, wenn man von der Dueodde richtung westen läuft oder mit dem Auto/Fahrrad in den "Bassebovej" fährt und dort an dem kleinen Parkplatz hält.
Ich kann mich erinnern, dass bis letztes Jahr dort ein sehr "verwilderter" Strandabschnitt war, wo alte Baumstämme bis ins Meer geragt haben, vermutlich weil sich das Meer einen Teil der Küstenlinie zurückerobert hatte. Als ich dieses Jahr dort war, war es ein ganz normaler Strand. Weiß jemand, ob dort für die "Touris" die Bäume weggemacht wurden? Bis letztes Jahr hatte der Strand dort etwas wild-romantisches an sich, vorher hatte ich so etwas noch nicht gesehen...

Mich besorgt die neuerliche Entwicklung und ich würde gerne mal eure Sicht der Dinge hören. Freue mich auf den Austausch.
Lg,
Marcel

michaelm
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Re: Sorge um die Dueodde

Beitragvon michaelm » 28.08.2016, 22:35

Hallo,
in Dueodde war ich dieses Jahr nicht, aber im letzten Jahr.
Natürlich verändert sich dort der Strand jedes Jahr, manches gefällt vielleicht nicht, anderes schon, wie die Seenbildung in Richtung Strandmarken.

Mir ist in diesem Jahr aufgefallen, das andere Strände, wie die in Østre und Vestre Sømarken massiv schmaler geworden sind. Das kann sich aber in anderen Jahren ändern und tut es auch.
Pflanzen, wie Strandhafer sind meines Wissens sogar gut für den Strand, weil sie ihn befestigen und so der Erosion entgegenwirken.
Insofern würde ich nicht von einer Verwilderung sprechen.

Was die manchmal massiven Anlandungen von Seetang betrifft: Ja, da hab ich mich auch schon mal geärgert. In Østre Sømarken wird der manchmal (auf der Höhe vom Kadeau) geräumt, aber nur, wenns sehr massiv ist.
Vor ein oder 2 Jahren haben sich Anwohner in Nexø so aufgeregt, das auch in Balka Strand Tang geräumt wurde. Nur weiß ich nicht so recht, wie man das in Dueodde machen will, auf dieser riesigen Fläche?

Andererseits haben mir Dänen gesagt, was ich wolle, das sei ein Naturstrand und kein plattgewalzter Betonstrand wie in Travemünde. Wo jeden Morgen die Planierraupen den Strand neu walzen würden.
Die Dänen würden die Naturstrände vorziehen und die meisten Touristen auch.
Die Vorstellung eines regelmäßigen Planierraupeneinsatzes an Bornholmer Stränden schreckt mich auch gewaltig, dann doch lieber Natur - oder ?

Den Strandabschnitt weiter westlich von Dueodde fand ich auch sehr schön und fände es schade, wenn die Bäume beseitigt worden wären, vielleicht wars aber auch die See und der z.B. letztes Jahr heftiger und langanhaltende Wind?
Deine Frage ist gut, kannst Du Die noch mit Bildern des jetzigen Zustands unterstützen?

Marcel
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Re: Sorge um die Dueodde

Beitragvon Marcel » 04.09.2016, 16:04

Hallo,
da leider mein Handy mit allen Fotos drauf kaputtgegangen ist, bin ich im Moment eh am Bangen, ob ich noch irgendwas retten kann und kann gerade leider keine Bilder beisteuern.

Natürlich ist es völlig klar, dass auch ich einen Naturstrand bevorzuge. Auch ich möchte nicht in den Fahrspuren einer Planierraupe liegen, sondern in den natürlich belassenen Dünen, keine Frage!
Nur hätte man damals meiner Meinung nach der Sumpfbildung durch einen einmaligen Einsatz von Maschinen- und Manneskraft die Bildung eines Biotops verhindern können und hätte einen großen Teil des Strandes gerettet. Thema Naturstrand: Ich kenne die Dueodde noch aus Zeiten, wo es lauter natürliche Strandzugänge gab und keine von Menschenhand geschaffenen Schneisen und Bretterwege... Ich finde, da hätte sich der Einsatz mehr gelohnt als die Entfernung der Bäume in Strandmarken, denn dieser Abschnitt ist nun ein stinknormaler Strand, man hat ihm seinen wildromantischen charme genommen.

Übrigens, dass die Strände schmaler geworden sind, kam dieses Jahr sogar bei TV2/Bornholm, das haben die Strandvogte in einem Interview gesagt!

lg
Marcel

Uwe
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Re: Sorge um die Dueodde

Beitragvon Uwe » 05.09.2016, 16:56

Marcel hat geschrieben:Übrigens, dass die Strände schmaler geworden sind, kam dieses Jahr sogar bei TV2/Bornholm, das haben die Strandvogte in einem Interview gesagt!

lg
Marcel

Hallo Marcel
Lassen wir es doch einfach so, wie die Natur es macht. Die Strandverbesserungen kosten viel Geld und was kommt danach? Der nächste Riesensturm und schnell ist die Strandverbesserung gewesen. Die langsame Klimaänderung und der noch leichte Meeresanstieg werden weitergehen. Einige Strände werden schlechter oder ganz verschwinden, einige neue Strände könnten sogar entstehen. Bei uns auf Rügen wird der Sand an den Stränden auch immer weniger.

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