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Thema: Wie soll die neue Superfähre heißen? Streit auf Bornholm!

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Hans Klueche
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Wie soll die neue Superfähre heißen? Streit auf Bornholm!

Beitragvon Hans Klueche » 23.02.2011, 12:00

Volksaufstand auf Bornholm erzwingt Neuwahlen: Welche Frau ist die richtige?

Beim Streit um den Namen ihrer neuen Superfähre lenkt die Reederei BornholmerFærgen ein und lässt das Volk abstimmen

Eigentlich war alles klar: BornholmerFærgen, die wichtigste Reederei im Fährverkehr zur dänischen Sonneninsel Bornholm, gibt eine weitere Männerdomäne auf: Seit Jahrzehnten tragen Fähren, die Einheimische und Touristen auf die Insel bringen, Namen starker Typen, wie die der Freiheitskämpfer Jens Kofoed, Povl Anker, Villum Clausen oder Peder Olsen, die Bornholm 1658 mit einem Volksaufstand von schwedischem Joch befreiten. Allenfalls sind noch schöne Plätze auf der Insel als Schiffsnamen genehm wie Hammerodde oder Dueodde. Bei der neuen Superfähre, die in Australien bereits ihren Stapellauf erlebte, sollte es anders werden: Schon Mitte letzten Jahres verkündete die Reederei, dass der Katamaran den Namen einer bekannten Frau des 17. Jh. tragen soll: Leonora Christina.

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Leonora Christina früher (Bildquelle: Wikipedia)

Die Namenspatronin lebte 1621–1698, bezeichnete sich gern als Lieblingstochter des dänischen Renaissancekönigs Christian IV und war Gräfin von Schleswig und Holstein. An Bornholm dürfte sie indes wenig schöne Erinnerungen gehabt haben, saß sie dort doch 17 lange Monate im Turm der Burg Hammershus in Festungshaft. Später folgten weitere 22 Jahre Haft in Kopenhagen. Leonora Christina hatte ihrem Halbbruder und Nachfolger ihres Vaters Frederik III. erzürnt, weil sie ihrem Mann, Ex-Reichshofmeister Corfitz Ulfeldt selbst dann noch die Treue hielt, als der längst wegen Hochverrats zum Tode verurteilt war. Leonora wurde dennoch eine Ikone ihrer Zeit, weil sie mit ihren Haft-Erinnerungen ›Jammers Minde, Denkwürdigkeiten der Gräfin Leonora Christina Ulfeldt‹ das erste bedeutende Werk dänischer Literatur nach dem Mittelalter schrieb. Seit 2006 gehört es zum offiziellen dänischen Kulturkanon, dem Kulturerbe des ältesten Königreichs der Welt, in einem Atemzug genannt mit Hans Christian Andersens Märchen oder der Kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen.
Als ihr Name für die neue Schnellfähre der BornholmerFærgen ausgewählt wurde, deckte ein Historiker ein pikantes Detail auf: Leonoras Mann wurde verurteilt, weil er Schweden zu einem Krieg gegen Dänemark aufgestachelt hatte, in dessen Folge Bornholm an den damaligen Erzfeind fiel. Das Schiff nach ihr zu benennen sei Verhöhnung jener Freiheitskämpfer, deren Namen die anderen Schiffe der Reederei trugen und tragen. Bis in die Regierung wurde die Frage diskutiert: Ist Leonora Christina würdig, einer der größten Doppelrumpffähren der Welt den Namen zu geben? Die Wellen schlugen so hoch, wie sie das Schiff auf der Ostsee hoffentlich nie erleben muss: BornholmerFærgen gab nach und lässt jetzt in einer Volksabstimmung den Namen bestimmen – organisiert und notariell überwacht mit einem Standard, den man einigen Staaten für ihre Präsidentenwahlen gönnen würde: Es soll auf keinen Fall hinterher weiteren Streit geben.
Eins stellte Per Gullestrup, Aufsichtsratsvorsitzender der Reederei, von vornherein klar: „Meines Wissens gab es noch nie einen Frauennamen für eine Bornholm-Fähre. Dafür ist die Zeit jetzt reif. Immer mehr Frauen bekleiden wichtige Positionen in unserer Gesellschaft und so wollen auch wir diesem Trend folgen und bleiben deshalb dabei, dass unsere neue Schnellfähre einen Frauennamen tragen soll“.
Im ersten, bereits abgeschlossenen Wahlgang konnten frei Namen eingereicht werden. Sie sollten weiblich sein und Bezug zu Bornholm haben. Die vier in dieser Runde meistgenannten Namen – Anne Boel, 1652 eine der letzten in Dänemark als Hexen verbrannten Frauen, die weltbekannte Keramik-Künstlerin und Designerin Gertrud Vasegaard (1913–2007), die aus Tasmanien stammende Kronprinzessin Mary, die Gutsbesitzerin und Wohltäterin Marie Kofoed (1760 - 1838) sowie besagte Leonora Christina stehen jetzt bis zum 25. Febr. zur Wahl u.a. auf den dänischen Seiten von www.bornholmerfaergen.dk (klicken: Færgenavn til folkeafstemning). Erreicht in diesem Wahlgang keine der Damen 50 Prozent der abgegebenen Stimmen, wird es einen zweiten Wahlgang mit den beiden bestplatzierten Namen geben.
Zu einer starken Konkurrentin der Königstochter Leonora avancierte Marie Kofoed, eine waschechte Bornholmerin. Sie lebte zwar schon vor 200 Jahren, hat aber die Unterstützung einer munteren Facebook-Gruppe ›Den nye bornholmerfærge skal hedde Marie Kofoed‹ (Die neue Bornholmfähre soll Marie Kofoed heißen). Die reiche Gutsbesitzerin, die zwei wohlhabende Ehemänner beerbte, gilt als Wohltäterin mit großem sozialen Gewissen gegenüber den Bornholmern. Aber wie in der großen Politik: Auch Marie hat einen Makel: Ein Teil ihres Vermögens verdiente ihr Mann in einem wenig bekannten Kapitel dänischer Geschichte, im Sklavenhandel von Afrika in die damals dänischen Karibik-Kolonien Saint Croix, Saint John und Saint Thomas, die heutigen US Virgin Islands.
Pikant ist auch der Name Anne Boel. Die junge Frau hatte als Amme den späteren Freiheitskämpfer Jens Kofoed aufgepäppelt. Der beschuldigte sie zwei Jahrzehnte später der Hexerei, weil auf seinem Familienhof alles schief lief und es für die Pannenserie keine Erklärung gab. Durch seine Anschuldigung wurde Anne verurteilt und auf dem Galgenhügel von Rønne im Juni 1652 verbrannt. Da nach damaligem Aberglauben eine Hexe aber nie allein agierte, riss Kofoeds Anklage noch drei weitere Frauen in den Tod. Den Namen Jens Kofoed trug 1979 bis 2004 eine der Borholmfähren.

Alles zur Fähranreise nach Bornholm natürlich bei uns auf Bornholm.de

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Wie wird sie heißen? Die neue Superfähre von Bornholmerfærgen, die ab Mitte Juni zur Einsatz kommen soll.
Grafik: Færgen


© Hans Klüche 2011

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Hans Klueche
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Volksabstimmung: 50.22 % für Namen Leonora Christina

Beitragvon Hans Klueche » 28.02.2011, 23:50

Volksabstimmung auf Bornholm bestätigt Leonora Christina
Königstochter des 17 Jh. wird Namenspatronin der neuen Ostsee-Superfähre

Jetzt sprach das Volk: Die neue Superfähre der Reederei BornholmerFærgen wird „Leonora Christina“ heißen. Bei einer öffentlichen Abstimmung über den Namen, zu der sich die Reederei nach heftigem Streit in der Bevölkerung gezwungen sah, erreichte die traurigen Königstochter aus dem 17. Jh. schon im zweiten von drei möglichen Wahlgängen mit hauchdünnen 50,22 Prozent die erforderliche absolute Mehrheit der abgegebenen 9340 gültigen Stimmen. Im Vergleich zu ihren vier Konkurrentinnen war der Sieg souverän: Sogar die im Lande ungemein populäre Prinzessin Mary, Frau des Kronprinzen Frederik, musste sich mit nur 18,46 % der Stimmen begnügen – Platz 3.

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© Foto Færgen
Beim Stapellauf trug die neue Superfähre schon den Namen Leonora Christina, den jetzt eine Volksabstimmung auf Bornholm bestätigt hat


Die bis zu 40 Knoten – etwa 75 km/h – schnelle „Leonora Christina“ ist mit 113 m Länge und einer Kapazität von 1400 Passagieren und 357 Fahrzeugen eine der größten kommerziell genutzten Doppelrumpf-Fähre weltweit. Das in Westaustralien gebaute Schiff wird nach einer Reise um die halbe Welt Anfang Mai in ihren neuen Heimatgewässern erwartet und soll ab 15. Juni in den Fahrplan von BornholmerFærgen integriert werden. Sie wird dann bis fünfmal täglich in jede Richtung zwischen Bornholm und Ystad in Südschweden pendeln mit einer planmäßigen Überfahrtszeit von ca. 80 Minuten – konventionellen Fähren brauchen etwa zweieinhalb Stunden.

Die Indienststellung der „Leonora Christina“ setzt bei BornholmerFærgen Kapazitäten frei, die im Sommer 2011 zwischen Deutschland und Bornholm auf der Route Sassnitz Mukran (Insel Rügen) – Rønne zum Einsatz kommen. Dort wird auf allen wichtigen Abfahrten die M/F Povl Anker eingesetzt. Die konventionelle Fähre kann 240 PKW und 1500 Passagiere transportieren, was eine Verdoppelung der PKW- und annähernd eine Vervierfachung der Passagierkapazitäten auf dieser Route bedeutet. Nach Reedereiangaben ist kein Einsatz einer Schnellfähre auf der Direktroute nach Deutschland geplant, was die Überfahrt von gut 3,5 auf 2 Std. verkürzen könnte.

© Hans Klüche 2011

guggly
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Beitragvon guggly » 17.02.2015, 13:31

Wir haben unser Häuschen immer im Sontagswechsel. Da es von Dortmund aus immer eine lange Autotour ist und das Schiff Samstags um 3.30 Uhr nicht fährt, suchen wir für eine Nacht eine Bleibe. Hat jemand unserer Rüganer und Stralsunder eine Idee, denn es darf nicht ganz soooo teuer sein, denn das Bornholmbudget ist schon eh immer knapp bemessen.,,grins..








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Zuletzt geändert von guggly am 02.03.2015, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.

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Friese
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Beitragvon Friese » 17.02.2015, 18:54

Moin guggly,
versuche es mal bei:
pension.jasmund@t-online.de
dort nächtigen jedes mal. Ist schnuckelig und erschwinglich.
Friese
"Raumschot ist besser als Gegenwind !!!!!!"

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Hans Klueche
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Noch ein Tipp aus dem Forum...

Beitragvon Hans Klueche » 18.02.2015, 09:52

Hallo Guggly, ich fand unter einem anderen Thema im Forum noch diesen Tipp http://www.motel-ruegen.de/. Aber ohne Gewähr...

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