Die Dänische Krone
Die Dänische Krone ist seit 1875 die offizielle Währung Dänemarks und somit auch auf Bornholm das einzige gesetzliche Zahlungsmittel. Die Krone ist eng an den Euro gekoppelt, was für Urlauber bedeutet, dass der Wechselkurs weitgehend vorhersehbar bleibt. Eine Krone entspricht 100 Øre, wobei die kleinste im Umlauf befindliche Münze die 50-Øre-Münze ist. Es gibt Banknoten zu 50, 100, 200 und 500 Kronen sowie Münzen zu 1, 2, 5, 10 und 20 Kronen. Eine Besonderheit: Die 1-, 2- und 5-Kronen-Münzen werden mit einem Loch in der Mitte geprägt. Die Motive auf den Geldscheinen zeigen übrigens Funde aus der Vor- und Frühgeschichte des Landes.
Wichtig zu wissen: Seit dem 31. Mai 2025 sind alle alten Banknoten aus Druckserien von 1997 und früher sowie die 1.000-Kronen-Scheine aus der aktuellen Serie ungültig. Falls Sie noch alte Scheine zu Hause haben, können diese bis Ende Mai 2026 nur noch persönlich an speziellen Stationen in Kopenhagen, Odense und Aarhus umgetauscht werden.
Eine Warnung vorweg: Die Euro-Abzocke
Wenn beim Einsatz von Giro- oder Kreditkarten die freundliche Frage erscheint „Möchten Sie in Euro abrechnen?" - egal ob von einem Kassierer ausgesprochen oder auf dem Bildschirm eines Geldautomaten angezeigt - sollten alle Alarmleuchten blinken: Nein! Verbraucherzentralen warnen ausdrücklich vor dieser Touristenfalle, die nach Recherchen der Stiftung Warentest bis zu 10 Prozent Verlust verursachen kann. Der Knackpunkt: Das Unternehmen, das die Transaktion abwickelt, bestimmt den Wechselkurs selbst - und der ist fast immer ungünstiger. Wählen Sie deshalb immer die Abrechnung in Landeswährung, also in Dänischen Kronen. Dann wird der Betrag von Ihrer Bank zu normalen, fairen Wechselkursen umgerechnet.
Bargeldlos bezahlen - der dänische Standard
Bargeldloses Bezahlen ist in Dänemark weit verbreiteter als in Deutschland - selbst kleinste Beträge werden standardmäßig mit Karte bezahlt, vom Hot Dog bis zum Kaffee to go. Visa und Mastercard werden nahezu überall akzeptiert, auch für kleine Beträge. Selbst an manchen Flohmarktständen kann man mittlerweile mit Kreditkarte zahlen! American Express und Diners Club werden hingegen seltener angenommen.
Seit Anfang 2018 dürfen beim Bezahlen mit Mastercard oder Visa vor Ort in Dänemark keine zusätzlichen Gebühren auf die Rechnung aufgeschlagen werden. Es fallen jedoch weiterhin die Gebühren an, die Ihnen das Geldinstitut berechnet, das Ihre Karte ausgestellt hat. Diese Kosten hängen von den Konditionen Ihrer Bank ab - nicht davon, ob Maestro, Master, Visa oder VPay auf der Karte steht.
Jede Karte kann anders sein!
Es gibt nicht die eine Girocard und nicht die eine Visa- oder Mastercard. Die Banken legen Konditionen und damit die anfallenden Kosten jeweils individuell fest. Schwarmwissen in Social-Media-Gruppen nach dem Motto „Wir zahlen mit der XYZ-Karte nie Gebühren" kann deshalb in teure Fallen locken. Sie können nicht einmal eigene Erfahrungen aus anderen Urlauben übertragen, weil Banken je nach Karte Unterschiede machen, ob man sie in einem Euro-Land oder in einem Nicht-Euro-Land wie Dänemark einsetzt. Es hilft folglich nur: Fragen Sie Ihre Bank nach Ihren Konditionen! Jeder andere Tipp ist fahrlässig.
In der Regel fallen beim Einsatz einer Kreditkarte außerhalb des Euro-Raumes je nach ausstellender Bank 1-2 % Fremdwährungsgebühr an. Damit ist der Einsatz einer Kreditkarte aber immer noch günstiger als ein Bargeldtausch. Hebt man im Laufe eines Urlaubs Kronen im Wert von etwa 1.000 Euro ab, macht das schon 10 bis 20 Euro Unterschied.
MobilePay - nicht für Touristen
Die Dänen nutzen intensiv die Bezahl-App MobilePay, die von über 4,5 Millionen Menschen in Dänemark verwendet wird. Auf Flohmärkten, an Hofständen mit Gemüse oder bei kleinen Dienstleistern ist MobilePay oft die einzige angebotene Zahlungsmethode. Touristen können diese App leider nicht nutzen, da eine dänische Mobilfunknummer, ein dänisches Bankkonto und eine persönliche Identifikationsnummer (MitID) erforderlich sind. Für solche Gelegenheiten ist es daher ratsam, etwas Bargeld in Kronen dabei zu haben.
Geld abheben auf Bornholm
In allen größeren Orten der Insel finden Sie Geldautomaten, an denen Sie mit Ihrer EC-Karte (Girocard) oder Kreditkarte Dänische Kronen abheben können. Die meisten Banken sind allerdings nur noch in Rønne mit Filialen vertreten, was den persönlichen Geldwechsel am Schalter erschwert.
In Dänemark schießen überall an touristischen Hotspots Geldautomaten aus dem Boden, die nicht von Geschäftsbanken, sondern von international tätigen Finanzdienstleistern wie Euronet (oft in blau-gelbem Design) betrieben werden. Diese Automaten locken beim Geldabheben penetrant zur Abrechnung in Euro mit Versprechen wie „garantierter Wechselkurs!" - besser stünde da „garantiert fetter Gewinn für unser Unternehmen". Lehnen Sie trotzdem den festen Wechselkurs ab. Der „nicht garantierte, später festgelegte" Wechselkurs ist der zwischen Banken und Kreditkartenunternehmen üblicherweise verwendete, seriöse Wechselkurs.
Da pro Abhebung Gebühren anfallen können, lohnt es sich, lieber einmal einen größeren Betrag abzuheben, statt mehrmals kleine Summen.
Beim Bargeldtausch kommt es auf die Summe an
Will man Bargeld bei einer Bank tauschen, rechnen deutsche Banken traditionell zu einem ungünstigeren Kurs um als dänische Banken. Diese nehmen jedoch für jedes Wechseln einen Festbetrag zwischen 35 und 60 DKK (ca. 5-9 €). So tauscht man kleine Mengen Bargeld günstiger in Deutschland, große Summen in Dänemark. Beachten Sie aber, dass dänische Banken oft nur noch in größeren Orten Schalter haben und die Öffnungszeiten immer kürzer werden. Auf Bornholm sind die meisten Banken nur noch in Rønne mit Filialen vertreten.
Mit Euro bezahlen?
In touristischen Gebieten auf Bornholm akzeptieren manche Geschäfte und Restaurants auch Euro-Scheine - allerdings zu einem mehr oder minder fairen Kurs und nur gegen Wechselgeld in Kronen. Münzen werden in der Regel nicht angenommen. Wird mit 7,20-7,30 Kronen für einen Euro umgerechnet, ist das fair, denn auch der Händler muss das Geld bei seiner Bank umtauschen und zahlt dafür Gebühren. Bei 7 Kronen für einen Euro oder noch weniger macht der Händler schon ein gutes Geschäft: Eine Barzahlung in Euro zum Kurs 1:7 macht jede Ware gegenüber einer Kartenzahlung zum Kurs 1:7,45 um fast 6 % teurer - das kann sich summieren!
Trinkgeld auf Bornholm
In Dänemark ist Trinkgeld eher unüblich, da im Restaurant bereits ein Servicebetrag in den Preisen enthalten ist. Es ist völlig in Ordnung, nur den Rechnungsbetrag zu zahlen. Möchten Sie dennoch etwas geben, reicht das Aufrunden der Rechnung vollkommen aus - mehr als fünf Prozent Trinkgeld wirkt eher befremdlich. Was hingegen immer gern gesehen wird: ein freundliches „Tak" mit einem Lächeln.
Fazit
Eine Kreditkarte zum Abheben von Bargeld macht Sinn, wenn sie dies kostenlos oder günstig erlaubt - informieren Sie sich vorher bei Ihrer Bank! Mit Kreditkarten von Visa oder Mastercard zu bezahlen ist problemlos und seit 2018 endlich frei von lästigen Aufschlägen vor Ort. Mit Euro zu bezahlen ist eine akzeptable Notlösung, solange der Kurs fair bleibt. Für Hofläden und Flohmärkte, wo oft nur MobilePay akzeptiert wird, sollten Sie immer etwas Bargeld in Kronen dabei haben.