Auf Bornholm wird wie überall in Dänemark offiziell mit Dänischen Kronen (DKK) bezahlt.

›Ja wo kriegen wir denn die kleinen Kronen her‹ – auf Bornholm wird offiziell mit Dänischen Kronen (DKK) bezahlt.

Die Dänen haben ihre Krone (DKK) behalten, sie ist jedoch eng an den Euro gebunden, in der Regel mit einem Wechselkurs von ca. 1 € = 7,44 DKK, 1 DKK = 0,13 €. In Social Media Gruppen, die sich mit Dänemark befassen, wird deshalb oft gefragt ›Wo kriegen wir denn die kleinen Kronen her‹. Ein Grund, einmal alles zum Thema Geld in Dänemark zusammen zu fassen,

Eine Warnung vorweg

Wenn beim Einsatz von Giro- oder Kreditkarten die freundliche Frage kommt „Möchten Sie in Euro abrechnen?“, egal ab von einem Kassierer, Kellner oder Rezeptionisten ausgesprochen oder auf dem Bildschirm eines Geldautomaten angezeigt, sollten sofort alle Alarmleuchten blinken. NEIN!  Verbraucherzentralen und Finanz-Fachzeitschriften warnen ausdrücklich vor dieser „Abzocke“ und sprechen von modernen „Touristenfallen“, die dem Kunden – also Ihnen – nach Recherchen der Stiftung Warentest bis ca. 10 Prozent Verlust verursachen können. Geworben wird gern mit kostenlosem Umtausch zu fixierten Wechselkursen und besserer Übersichtlichkeit bei den Ausgaben. Der Knackpunkt: Das Unternehmen, das den Kauf- bzw. die Abhebung abwickelt, kann den Wechselkurs selbst bestimmen. Wählen sie deshalb immer die Abrechnung in Landeswährung, also in dänischen Kronen. Dann wird der Betrag von der Bank, bei der sie ihr Konto führen, zu normalen, fairen Wechselkursen umgerechnet und nur mit den gängigen Gebühren belastet, die unten näher beschrieben werden.
In Dänemark schießen überall an touristischen Hotspots Wechselautomaten aus dem Boden, die nicht von Geschäftsbanken sondern von international tätigen „Finanzdienstleistern“ wie Euronet (oft in blau-gelbem-Design) betrieben werden. Diese „touristischen“ Automaten locken beim Geldabheben penetrant zur Abrechnung in EURO. Sie nennen z.B. „garantierter Wechselkurs!“ ( besser stünde da „garantiert fetter Gewinn für unser Unternehmen“). Auf dem Bildschirm wird es dann geschickt so formuliert, dass Sie verunsichert werden, wenn die Alternative zum „festen Wechselkurs“ des Unternehmens einen Wechselkurs gibt, der „später festgelegt wird und dann nicht garantiert ist.“ Lehnen SIe trotzdem den festen Wechselkurs des Unternehmens ab. Der „nicht garantierte, später festgelegte“ Wechselkurs ist nämlich der zwischen Banken und Kreditkartenunternehmen üblicherweise verwendete , seriöse Wechselkurs.
Aber auch beim Abheben in Landeswährung können – müssen aber nicht – Betreiber von Geldautomaten für die Bargeldauszahlung Entgelte erheben, auf die die Bank, die Ihnen die Giro- oder Kreditkarte ausgestellt hat, keinen Einfluss hat. Diese zusätzlichen Kosten müssen vor der Auszahlung am Geldautomaten angezeigt werden. Jeder Kunde muss dann noch die Option haben, den Vorgang abzubrechen, um sich einen Automaten suchen zu können, an dem er keine zusätzlichen Gebühren zahlen muss.

Einfach mal bezahlen

Wir nehmen auch Kreditkarten: Flohmarktstand in Sandvig

Selbst an einigen Flohmarktständen kann man mit Kreditkarten bezahlen

Ganz einfach ist es, hat man Kronen in der Tasche und zahlt bar. Man kann vielerorts auch EURO auf den Tisch legen, wobei in der Regel nur Scheine akzeptiert und dann zu einem mehr oder minder fairem Kurs umgerechnet werden (unten mehr).
Bargeldloses Bezahlen ist weiter verbreitet als in Deutschland. Kreditkarten (immer Visa/Mastercard, selten American Express/Diners) werden fast überall akzeptiert, auch für kleinere Beträge. Beim Bezahlen mit Mastercard oder VISA Card, jedoch ausdrücklich nicht mit Diners und American Express, dürfen seit Anfang 2018 vor Ort in Dänemark keine zusätzlichen Gebühren erhoben bzw. auf die Rechnung aufgeschlagen werden! Es fallen jedoch weiterhin die Gebühren an, die Ihnen das Geldinstitut, das Ihre Karte ausgestellt hat, berechnet! Diese Kosten hängen von den Konditionen Ihrer Bank ab, nicht davon ob Maestro, Master, VISA oder VPay darauf steht.

Jede Karte kann anders sein!

Es gibt nicht E I N E  Girocard (früher EC-Karte, heute Maestro oder VPay) und nicht E I N E  Visa Card oder Mastercard, sondern die Banken legen Konditionen und damit die anfallende Kosten jeweils für ihre Kunden fest. Schwarmwissen in Social Media Gruppen der Art „Wir tauschen immer am Automaten mit der XYZ-Karte und zahlen keine Gebühren“  kann deshalb in teure Fallen locken und sollte nicht beachtet werden. Man kann nicht einmal eigene Erfahrungen aus anderen Urlauben übertragen, weil Banken je nach Karte Unterschiede machen, ob man sie in einem EURO-Land einsetzt oder in einem Nicht-EURO-Land wie Dänemark! Das gilt vor allem beim Abheben von Bargeld aus Automaten! Konkret zahlt der Autor dieser Zeilen als Kunde einer großen Direktbank bei jedem Geldabheben mit der Girocard in Dänemark als Nicht-EURO-Land 9,90 Euro Gebühr, kann aber mit der VISA-Card derselben Bank völlig kostenlos sogar ohne Fremdwährungsaufschlag Geld abheben – im EURO-Land Italien, wäre es für ihn genau umgekehrt. Es hilft folglich nur: Fragen Sie IHRE Bank nach IHREN Konditionen! Jeder andere Tipp ist fahrlässig!

In der Regel fallen beim Einsatz einer Kreditkarte außerhalb des EURO-Raumes je nach ausstellender Bank 1-2 % Gebühr an, die auf den eigentlich Wechselkurs aufgeschlagen werden. Damit ist der Einsatz einer Kreditkarten aber immer noch günstiger, als ein Bargeldtausch. Jedoch gibt es selbst beim Fremdwährungsaufschlag keine allgemein verbindlichen Regeln: So berechnen einige Banken beim Bargeldabheben mit einer Kreditkarte diesen Fremdwährungsaufschlag, andere verzichten darauf. Hebt man im Laufe eines Urlaubs Kronen im Wert von ca. 1000 Euro ab, macht das schon 10 bis 20 Euro Unterschied.

Motiv auf dänischem Geldschein

Motive auf dänischen Geldscheinen zeigen Funde aus der Vor- und Frühgeschichte des Landes.

 

Beim Bargeldtausch kommt es auf die Summe an

Will man Bargeld bei einer Bank tauschen, rechnen deutsche Banken traditionell zu einem ungünstigeren Kurs um, als dänische Banken, die jedoch nehmen für jedes Wechseln einen Festbetrag zwischen 35 und 60 DKK (ca. 5-9 €). So tauscht man kleine Mengen Bargeld günstiger in Deutschland, große Summen in Dänemark. Setzt man auf Bargeldtausch, muss man beachten, dass dänische Banken oft nur noch in größeren Orten Schalter haben und die Öffnungszeiten immer kürzer werden. Auf Bornholm sind die meisten Banken nur noch in Rønne mit Filialen vertreten.

Wer mit EURO bar bezahlt, sollte auf den Kurs achten

Je nach Kurs zahlt man für die 30er-Kiste Markenbier ca. 13,40 bis 14,30 €

Immer wieder taucht im Social Media Schwarmwissen der Tipp auf, in Dänemark könne man Geld bequem „tauschen“, indem man in Geschäften, Restaurants oder in Unterkünften mit EURO bezahlt und dann Kronen heraus bekommt. Einige Urlauber nutzen diesen Weg offensichtlich als gängige Art, an Kronen zu kommen. Außerdem wird oft darauf hingewiesen, dass Ferienhausvermittler Geld tauschen, wenn man dort ankommt und die Schlüssel fürs Haus abholt. Das ist sicher Vertrauenssache, aber man sollte sich nach dem Kurs erkundigen. Wird mit 7,20–7,30 Kronen für einen Euro umgerechnet, ist das fair, denn auch der Lebensmittelladen, die Pizzeria oder der Campingplatzbetreiber, der den Service anbietet, muss das Geld bei seiner Bank in Kronen umtauschen und zahlt dafür Gebühren. Bei 7 Kronen für einen Euro oder noch weniger, machen Händler, Wirt oder Vermittler schon ein gutes Geschäft, vor allem, wenn es um größere Beträge geht: Eine Barzahlung in Euro zum Kurs 1:7 macht jede Ware oder  Dienstleistung gegenüber einer Kartenzahlung zum Kurs 1:7,4 um fast 6 % teurer – das kann sich summieren!

FAZIT: Eine Karte zum Abheben von Bargeld macht Sinn, wenn sie dies kostenlos erlaubt. Mit Kreditkarten von VISA oder Mastercard zu bezahlen ist problemlos und seit Anfang 2018 endlich frei von lästigen Aufschlägen. Mit Euro zu bezahlen ist eine akzeptable Lösung, solange der Kurs fair bleibt. 

Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr.

© Hans Klüche März 2018

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