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Geld, Bezahlen und Währung auf Bornholm

Karte, Bargeld oder Euro auf Bornholm – welche Zahlung sich lohnt, wo es Geldautomaten gibt und welche Gebühren-Fallen du als Tourist 2026 kennen solltest.

Dänische Geldscheine (Kronen) in einer Geldbörse auf Holzuntergrund.
Inhalt

Die Dänische Krone

Die Dänische Krone (DKK) ist seit 1875 die Währung Dänemarks und auf Bornholm das einzige gesetzliche Zahlungsmittel. Eine Krone teilt sich in 100 Øre, die kleinste umlaufende Münze ist die 50-Øre-Münze. Es gibt Banknoten zu 50, 100, 200, 500 und 1000 Kronen sowie Münzen zu 50 Øre und 1, 2, 5, 10 und 20 Kronen. Eine Besonderheit – die 1-, 2- und 5-Kronen-Münzen tragen ein Loch in der Mitte.

Für Urlauber praktisch ist die enge Kopplung an den Euro – die Krone bewegt sich im ERM-II-Mechanismus um einen Zentralkurs von rund 7,46 DKK je Euro und nur in einer schmalen Bandbreite. Der Wechselkurs ist damit über die Reise hinweg gut vorhersehbar und liegt im Juni 2026 weiterhin bei etwa 7,46.

Ein Hinweis zu altem Bargeld – die zum 31. Mai 2025 ungültig gewordenen Banknoten (alle Serien bis einschließlich 1997 sowie der 1000-Kronen-Schein der 2009er-Serie) konnten nur bis Ende Mai 2026 umgetauscht werden, zuletzt nur noch persönlich in wenigen Filialen in Kopenhagen, Odense und Aarhus. Diese Frist ist abgelaufen – solche Scheine sind heute wertlos. Ältere, aber weiterhin gültige Serien bleiben dagegen unbefristet gültig und lassen sich über die eigene Hausbank einlösen. Wer noch dänisches Restgeld aus früheren Urlauben hat, sollte es vor der Reise auf die Serie prüfen.

Bargeldlos bezahlen – der dänische Standard

In Dänemark wird deutlich konsequenter mit Karte gezahlt als in Deutschland – vom Hot Dog über den Kaffee to go bis zum Flohmarktstand läuft fast alles bargeldlos. Visa und Mastercard werden nahezu überall akzeptiert, auch für Kleinstbeträge. American Express und Diners Club nehmen dagegen längst nicht alle Händler. Kontaktloses Zahlen sowie Apple Pay und Google Pay funktionieren in der Regel problemlos.

Seit Anfang 2018 gilt durch die EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) ein Aufschlagsverbot – beim Bezahlen mit Verbraucher-Visa- oder -Mastercard vor Ort dürfen dänische Händler keine zusätzlichen Gebühren auf die Rechnung schlagen. Dieses Verbot und die gedeckelten Interbankenentgelte bestehen 2026 unverändert. Die Nachfolgeregeln PSD3 und die neue Payment Services Regulation wurden Ende 2025 politisch beschlossen, ändern für Reisende bis Mitte 2026 aber praktisch nichts – das Aufschlagsverbot bleibt erhalten. Es fallen also nur die Gebühren an, die dir deine eigene kartenausgebende Bank berechnet.

Jede Karte ist anders – frag deine Bank

Es gibt nicht die eine Girocard und nicht die eine Visa- oder Mastercard. Banken legen Konditionen je Karte individuell fest, und sie unterscheiden oft, ob man die Karte in einem Euro-Land oder in einem Nicht-Euro-Land wie Dänemark einsetzt. Pauschalaussagen aus Social-Media-Gruppen („mit der XYZ-Karte zahlen wir nie Gebühren”) taugen deshalb nicht als Richtschnur. Verlässlich ist nur eines – frag vor der Reise deine Bank nach deinen konkreten Konditionen.

Beim Kartenzahlen außerhalb des Euro-Raums berechnen viele Banken eine Fremdwährungsgebühr von typischerweise 0,5 bis 2 Prozent des Umsatzes. Bei Bargeldabhebungen an Automaten variieren die Kosten 2026 stark je nach Karte – einige Beispiele aus Deutschland:

  • Sparkasse (Sparkassen-Card): rund 2 Prozent des Betrags, mindestens etwa 7,50 € je Abhebung (regional unterschiedlich).
  • DKB: mit Aktivstatus weltweit kostenlos, ohne Aktivstatus 2,20 € je Abhebung.
  • Comdirect: mit der Visa-Debitkarte drei Abhebungen pro Monat kostenfrei, mit der Visa-Kreditkarte 4,90 € Festpreis weltweit.
  • N26: keine Fremdwährungsgebühr beim Kartenzahlen.

Selbst mit einer Gebühr von ein bis zwei Prozent ist das Kartenzahlen meist günstiger als klassischer Bargeldtausch. Hebt man im Urlaub Kronen im Wert von rund 1.000 Euro ab, machen ein bis zwei Prozent schon 10 bis 20 Euro Unterschied – ein Grund, lieber selten größere Beträge als oft kleine abzuheben.

Die Euro-Falle bei Karte und Automat

Wenn an der Kasse oder am Geldautomaten die freundliche Frage erscheint „in Euro abrechnen?”, lautet die Antwort immer – nein. Diese sogenannte dynamische Währungsumrechnung (DCC) wird vom Anbieter der Transaktion durchgeführt, der den Kurs selbst festlegt – und der ist fast immer ungünstiger. Verbraucherschützer beziffern den Verlust auf bis zu zehn Prozent. Wähle stattdessen die Abrechnung in Dänischen Kronen, dann rechnet deine eigene Bank zum üblichen, faireren Kurs um.

Besonders aggressiv drängen die Automaten internationaler Betreiber wie Euronet (oft im blau-gelben Design, bevorzugt in stark frequentierten Lagen) zur Euro-Abrechnung - teils mit Versprechen wie „garantierter Wechselkurs”. Diese Automaten erheben zusätzlich eigene Abhebegebühren von etwa 1,95 bis 4,99 Euro pro Abhebung. Lehne den festen Euro-Kurs ab und meide diese Automaten, wenn ein Bankautomat in der Nähe ist – der ist in aller Regel günstiger.

Geld abheben auf Bornholm

In den größeren Orten der Insel findest du Geldautomaten, an denen du mit Girocard oder Kreditkarte Kronen abhebst. Die dichteste Versorgung hat Rønne mit rund einem Dutzend Automaten im Stadtgebiet, unter anderem rund um Store Torv und Lille Torv sowie an mehreren Ausfallstraßen. In Nexø (Torvet 2A) und Aakirkeby (Torvet 5) werden zwei frühere Danske-Bank-Automaten inzwischen von der norwegischen Nokas (Marke Kontanten) betrieben. An diesen Nokas-Automaten ist die Abhebung begrenzt – bis 2.000 DKK je Vorgang, ohne Saldoanzeige – und für Privatkunden fällt außerhalb bestimmter Programme eine Gebühr von 10 DKK pro Abhebung an (Stand 2025). In den übrigen größeren Orten gibt es ebenfalls Automaten, allerdings ohne dass sich Betreiber und Standorte hier verlässlich auflisten ließen.

Persönlicher Geldwechsel am Bankschalter ist nur noch eingeschränkt möglich und nicht mehr auf Rønne beschränkt, wie oft behauptet. In Rønne sind unter anderem Danske Bank (Store Torv 12) und Nordea (Store Torv 16-18) mit Filialen vertreten. Außerhalb Rønnes betreibt Sparekassen Danmark weiter Filialen in Nexø (Torvet 4), Aakirkeby (Torvet 5) und Hasle (Storegade 60). Die Öffnungszeiten sind kurz – grob werktags bis nachmittags gegen 16 bis 17 Uhr, persönliche Kassenbedienung gibt es oft nur nach Terminvereinbarung. Eine eigenständige Sparekassen Bornholm existiert seit der Fusion 1990 übrigens nicht mehr.

Bargeldtausch und Bezahlen in Euro

Wer Bargeld klassisch tauschen will, sollte auf die Summe achten – deutsche Banken rechnen traditionell zu einem etwas ungünstigeren Kurs um, dänische Banken verlangen dafür meist einen Festbetrag in der Größenordnung von rund 35 bis 60 DKK je Wechselvorgang. Kleine Mengen tauscht man daher tendenziell günstiger schon zu Hause in Deutschland, größere Summen eher vor Ort. Angesichts der hohen Kartenakzeptanz braucht man auf Bornholm aber ohnehin wenig Bargeld – ein kleiner Puffer in Kronen für Hofläden, Flohmärkte und MobilePay-only-Stände reicht meist aus.

In touristischen Gebieten nehmen manche Geschäfte und Restaurants auch Euro-Scheine an – allerdings nur Scheine, kein Münzgeld, und Wechselgeld gibt es in Kronen. Ob sich das lohnt, hängt am Kurs. Rechnet der Händler mit etwa 7,20 bis 7,30 Kronen je Euro, ist das fair – er liegt bewusst unter dem Marktkurs von rund 7,46, weil er das Geld selbst gegen Gebühr bei seiner Bank eintauschen muss. Bei 7 Kronen je Euro oder weniger verdient der Händler kräftig mit – eine Euro-Barzahlung zum Kurs 1:7 macht die Ware gegenüber einer Kartenzahlung zu rund 1:7,45 um fast sechs Prozent teurer. Im Zweifel zahlst du mit Karte in Kronen günstiger.

Trinkgeld auf Bornholm

In Dänemark ist Trinkgeld unüblich, da im Restaurant ein Servicebetrag bereits in den Preisen enthalten ist. Es ist völlig in Ordnung, nur den Rechnungsbetrag zu zahlen. Wer dennoch etwas geben möchte, rundet die Rechnung auf – mehr als rund fünf Prozent wirkt eher befremdlich. Gern gesehen ist ein freundliches „Tak” mit einem Lächeln. Wie auf der Insel gegessen und getrunken wird, fasst der Ratgeber Essen und Trinken zusammen; weitere praktische Hinweise zur Reise bündelt die Übersicht der Reiseinfos.

Häufige Fragen

Kann ich auf Bornholm überall mit Karte zahlen?+

Praktisch ja. Visa und Mastercard werden nahezu flächendeckend akzeptiert, auch bei Kleinstbeträgen und an vielen Flohmarktständen. Kontaktlos sowie Apple Pay und Google Pay funktionieren fast überall. Lücken gibt es nur bei Hofläden, Selbstbedienungsständen und Flohmärkten, die teils nur MobilePay annehmen – dafür lohnt ein kleiner Bargeldpuffer in Kronen.

Kann ich als Tourist MobilePay nutzen?+

Nein. MobilePay (heute Vipps MobilePay) setzt 2026 weiterhin einen Wohnsitz in Dänemark, eine dänische Mobilnummer, eine CPR-Nummer, MitID und ein dänisches Bankkonto voraus. Eine Touristen-Registrierung gibt es nicht. Nutze stattdessen kontaktlose Visa- oder Mastercard sowie Apple Pay oder Google Pay.

Soll ich beim Bezahlen die Abrechnung in Euro oder in Kronen wählen?+

Immer in Dänischen Kronen. Die Frage nach Euro-Abrechnung (DCC) erscheint an Kassen und Automaten und kostet laut Verbraucherschützern bis zu zehn Prozent, weil der Anbieter den Kurs selbst festlegt. In Kronen rechnet deine eigene Bank zum üblichen, faireren Kurs um.

Sind alte dänische Banknoten noch gültig?+

Die seit dem 31. Mai 2025 ungültigen Scheine (Serien bis 1997 sowie der 1000-Kronen-Schein der 2009er-Serie) sind seit Ablauf der Umtauschfrist Ende Mai 2026 wertlos. Ältere, weiterhin gültige Serien bleiben unbefristet gültig und können über die eigene Bank eingelöst werden – Händler müssen aber nicht jede alte Serie annehmen.