Auf einem 74 Meter hohen Granitfelsen über der Ostsee thront Hammershus, Bornholms meistbesuchte Attraktion und Nordeuropas größte Burgruine. Die gewaltigen Mauern an der Nordwestspitze der Insel sind ganzjährig frei zugänglich, der Eintritt kostet nichts, und der Blick reicht an klaren Tagen weit über die See.
Eine Festung mit langer Geschichte
Über die Gründung von Hammershus wurde lange gestritten. Verbreitet war die Datierung auf die Zeit um 1255, als die Burg vermutlich vom Erzbischof von Lund errichtet worden sein soll, zu einer Zeit, als Bornholm unter der Kontrolle der dänischen Kirche stand. Ausgrabungen in den Jahren 2014 und 2015 haben dieses Bild relativiert: Heute geht man davon aus, dass der eigentliche Bau erst in den 1290er-Jahren begann, wahrscheinlich unter dem Lunder Erzbischof Jens Grand, der das Amt von 1289 bis 1302 innehatte.
Die strategisch günstige Lage auf dem hohen Felsen machte die Anlage nahezu uneinnehmbar. Über die Jahrhunderte wechselte die Burg mehrfach den Besitzer, zwischen Erzbischöfen, dänischen Königen und den Lübecker Kaufleuten. Nach und nach verlor Hammershus seine militärische Bedeutung und diente schließlich als Steinbruch für die umliegenden Dörfer. 1822 wurde die Ruine unter Denkmalschutz gestellt, seither wird sie gepflegt und erhalten.
Was dich auf dem Felsen erwartet
Hammershus gilt als Nordeuropas größte Burgruine. Auch im verfallenen Zustand lassen die Reste die einstigen Ausmaße erahnen: Mantelturm, dicke Ringmauern und die Überbleibsel des Palas ziehen sich über den Felsrücken. Vom höchsten Punkt reicht der Blick bei klarer Sicht weit über die Ostsee.
Das Gelände ist hügelig, steil und uneben, festes Schuhwerk ist deshalb faktisch Pflicht. Auf den Ruinenmauern selbst darf nicht geklettert oder gelaufen werden, sowohl zum eigenen Schutz als auch zur Erhaltung des Bauwerks. Wer langsam geht und sich Zeit nimmt, entdeckt überall Mauerreste, Treppen und Durchgänge.
Das Besucherzentrum Brohuset
Am Fuß der Anlage steht das moderne Besucherzentrum Brohuset, betrieben unter Aufsicht der dänischen Naturbehörde Naturstyrelsen; die Gastronomie wird privat geführt. Der Zutritt zum Zentrum und zur Ausstellung über die Geschichte der Burg ist kostenlos. Von hier führt ein Weg hinauf zur Ruine. Plane für Ausstellung und Ruine zusammen etwa ein bis zwei Stunden ein.
In der Hauptsaison, ungefähr von Palmsonntag bis Mitte Oktober, öffnet Brohuset täglich von 9 bis 16 Uhr, im Winterhalbjahr nur an Wochenenden. Die Ruine selbst bleibt davon unberührt und ist rund um die Uhr zugänglich.
Anreise und Praktisches
- Mit dem Auto erreichst du Hammershus über Slotslyngvej 9, 3770 Allinge. Der große Parkplatz bietet rund 300 Plätze. Die Parkgebühr beträgt 35 DKK für 6 Stunden und wird vom Samstag vor Palmsonntag bis zu den Herbstferien erhoben, außerhalb dieser Zeit ist das Parken kostenlos.
- Der Behinderten- und Busparkplatz P2 ist ganzjährig gratis.
- Ohne Auto halten die BAT-Buslinien 2 und 10 ab Rønne an Hammershus: Linie 2 über Klemensker, Rø und Tejn, Linie 10 über Hasle.
- Der nächste Ort ist Allinge im Norden der Insel.
Tagesaktuelle Öffnungszeiten und Parkinfos findest du auf der offiziellen Seite. Allgemeine Tipps zur Anreise bündelt der Guide Anreise, weitere praktische Hinweise der Bereich Reiseinfos.
Lohnt sich der Besuch?
Hammershus ist für viele der Höhepunkt einer Bornholm-Reise und mit rund 400.000 Besuchern jährlich die größte Attraktion der Insel. Genau das ist auch der Haken: In der Hochsaison kann es voll werden. Wer den Trubel meiden will, kommt früh am Morgen oder in der Nebensaison; am stimmungsvollsten ist die Ruine zum Sonnenuntergang, wenn die alten Mauern in warmes Licht getaucht werden.
Da Eintritt frei ist und kein gemeinsames Ticket nötig wird, lässt sich der Besuch gut mit den Nachbarzielen verbinden: dem Opalsøen, einem badegeeigneten See in einem ehemaligen Granitsteinbruch, und der felsigen Küste rund um den Hammeren. Direkt in der Nähe stehen die Leuchttürme vom Hammeren, deren Aussichtsplattform bei klarem Wetter bis nach Schweden und zur Inselgruppe Christiansø reicht.