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Rundkirchen & Kirchen

Østerlars Rundkirke

Größte und älteste Rundkirche Bornholms

Die Østerlars Rundkirke von etwa 1150 ist die größte der vier Rundkirchen Bornholms – Wehrkirche, Gotteshaus und Wahrzeichen mit Kalkmalereien um 1350 am hohlen Mittelpfeiler.

Die weiß getünchte Østerlars Kirke — größte Rundkirche Bornholms — mit ihrem markanten Kegelhelm und dem vorgelagerten Schiff an einem sonnigen Sommertag.

Von bornholm.de Redaktion · Reiseredaktion

Inhalt

Auf einer Anhöhe zwischen Gudhjem und Østermarie steht die Østerlars Rundkirke, die größte und älteste der vier Rundkirchen Bornholms – und neben Hammershus das wohl meistfotografierte Bauwerk der Insel. Der wuchtige, weiß gekalkte Rundbau mit dem schwarzen Kegeldach wurde um 1150 errichtet und dem heiligen Laurentius geweiht.

Kirche und Festung in einem

Wie ihre drei Schwestern entstand Østerlars als Wehrkirche: ein dreigeschossiger Rundbau aus mächtigen Feldsteinen, in dem die Bevölkerung bei Piratenüberfällen Schutz suchte. Die oberen Geschosse dienten als Wehr- und Speicherräume, die burgartige Lage auf der Anhöhe bot weiten Blick über das Umland. Die markanten äußeren Stützpfeiler kamen erst später hinzu, als die schweren Gewölbe die Mauern nach außen drückten. Die Glocken hängen übrigens nicht in der Kirche selbst, sondern in einem separaten Glockenturm auf dem Kirchhof.

Der Mittelpfeiler mit den Kalkmalereien

Im Inneren trägt ein riesiger hohler Mittelpfeiler das Gewölbe – die „Ovnen” (der Ofen) genannte Rotunde ist begehbar und dient heute als Taufkapelle. Um den Pfeiler läuft der Hauptschatz der Kirche: ein Bilderfries aus Kalkmalereien um 1350, der das Leben Jesu von der Verkündigung bis zum Jüngsten Gericht erzählt. Nach der Reformation übertüncht, wurden die Fresken 1889 wiederentdeckt und 1958 vom Nationalmuseum restauriert. Sehenswert ist auch der Grabstein des Henrik Greser von 1370 aus Gotland-Kalkstein, der besterhaltene mittelalterliche Grabstein Bornholms.

Der Templer-Mythos

Kaum ein Bauwerk Bornholms hat so viele Spekulationen ausgelöst: Die Theorie, die Rundkirchen seien nach dem Vorbild der Jerusalemer Grabeskirche von den Tempelrittern inspiriert oder gar erbaut, füllt Bücher – belegt ist sie nicht. Sonar-Messungen deuten auf einen Hohlraum unter der Kirche hin, dessen Untersuchung der Kirchenrat bislang nicht erlaubt hat. Das hält die Schatzlegenden am Leben; in der Kirche ordnen mehrsprachige Ausstellungstafeln die Fakten ein.

Anreise und Praktisches

  • Mit dem Auto über den Vietsvej 25, 3760 Gudhjem; Parkplätze und öffentliche Toiletten direkt an der Kirche.
  • Ohne Auto halten die BAT-Buslinien 1, 3 und 4 in Østerlars; ab Rønne fährt Linie 3 direkt. Tipps zur Anreise auf die Insel bündelt der Guide Anreise.
  • Nur wenige Kilometer entfernt liegt Gudhjem – Rundkirche und Hafenort ergeben zusammen einen runden Halbtagesausflug.

Lohnt sich der Besuch?

Ja – Østerlars ist das Original unter Bornholms Rundkirchen und die einzige mit Eintritt, dafür mit den eindrucksvollsten Fresken und sommerlichem Personal vor Ort. Wer alle vier vergleichen will: Die besterhaltene ist die Nylars Rundkirke, die schlankste die Olsker Rundkirche, die kleinste die Nyker Rundkirche.

Häufige Fragen

Kostet die Østerlars Rundkirke Eintritt?+

Ja, als einzige Rundkirche Bornholms. Erwachsene zahlen 30 DKK, Kinder von 10 bis 18 Jahren 10 DKK, jüngere kommen frei hinein. Gottesdienstbesucher zahlen nichts, im Winterhalbjahr entfällt der Eintritt ganz. Stand 2026, vor dem Besuch prüfen.

Wann ist die Kirche für Besucher geöffnet?+

In der Saison von Anfang Mai bis Mitte Oktober montags bis samstags ab 9 Uhr, meist bis 17 Uhr, sonntags erst ab 12 Uhr wegen des Gottesdienstes. Einzelne Schließtage bei kirchlichen Handlungen sind möglich – der Tageskalender auf oesterlarskirke.dk gibt Auskunft.

Wie komme ich ohne Auto hin?+

Die BAT-Buslinien 1, 3 und 4 halten in Østerlars. Ab Rønne ist Linie 3 über Aakirkeby und Almindingen die direkte Verbindung. Fahrpläne unter bat.dk.

Warum wurde die Kirche rund gebaut?+

Als Wehrkirche des 12. Jahrhunderts. Der Rundbau mit meterdicken Feldsteinmauern und Wehrgeschossen diente der Bevölkerung als Fluchtburg gegen Ostseepiraten – Kirche, Festung und Speicher in einem.

Haben die Tempelritter die Kirche gebaut?+

Dafür gibt es keinen Beleg. Gesichert sind die Bauzeit um 1150 und die Wehrfunktion. Ein per Sonar vermuteter, nie geöffneter Hohlraum unter der Kirche hält die Schatz-Legende dennoch am Leben.