Hoch über den Helligdomsklipperne, der berühmten Felsküste zwischen Gudhjem und Tejn, liegt das Bornholms Kunstmuseum – ein Haus, in dem Architektur, Landschaft und Sammlung zusammen ein Gesamterlebnis ergeben. Schon der Bau lohnt die Anfahrt: 1993 nach einem Wettbewerb mit 187 Einsendungen vom Büro Fogh & Følner errichtet und 2003 erweitert, folgt er auf drei Ebenen dem natürlichen Gefälle zur Ostsee, gebaut aus Ziegel, Zink, Granit, Sandstein und Holz.
Die Heiligenquelle im Haus
Das architektonische Markenzeichen fließt mitten durchs Gebäude: Die Helligdomskilden, seit Jahrhunderten als Heilquelle verehrt und Namensgeberin der Klippen, läuft in einer offenen Rinne die zentrale „Museumsstraße” entlang und weiter Richtung Meer. Zusammen mit dem Blick über die Felsküste macht das den Bau selbst zur Sehenswürdigkeit.
Bornholmer Malerschule und Kunsthandwerk
Kern der Sammlung ist die Bornholmer Malerschule der Jahre um 1910 bis 1930: Edvard Weie, Karl Isakson, Oluf Høst, Olaf Rude, Kræsten Iversen und Niels Lergaard malten auf Bornholm und Christiansø – Isaksons und Weies Ansichten vom Haus „Mindet” auf Christiansø gelten als Schlüsselbilder der dänischen Moderne. Daneben zeigt das Haus Kunst mit Bornholm-Bezug vom frühen 19. Jahrhundert bis heute sowie Keramik und Glas der Insel, die als World Craft Region für ihr Kunsthandwerk bekannt ist. Die Sammlung gehört der 1893 gegründeten Bornholms Museumsforening.
Anreise und Praktisches
- Mit dem Auto über den Helligdomsvejen; eigene Parkplätze an der Südseite des Museums.
- Der BAT-Bus hält an der Station Helligdommen direkt am Haus. Im Sommer fährt das Ausflugsboot M/S Thor ab Gudhjem in rund 55 Minuten entlang der Felsküste zum Anleger – die schönste Anreise.
- Sportlich: Der Küstenwanderweg von Gudhjem zum Museum ist etwa 6 Kilometer lang; die Aussichtspunkte über den Helligdomsklipperne liegen direkt unterhalb des Hauses.
- Barrierefrei mit Lift, Aufzug und Behinderten-WC; Vorfahrt am Haupteingang ist möglich.
Lohnt sich der Besuch?
Für Kunstinteressierte ist es das wichtigste Museum der Insel, und die Kombination aus Haus, Quelle und Klippenlandschaft trägt auch Besucher, die sonst selten in Museen gehen. Wer mehr Inselgeschichte will, kombiniert mit dem Bornholms Museum in Rønne; handfester wird es in Hjorths Fabrik, der lebenden Keramikwerkstatt.